Archiv der Kategorie: sonst vergess ichs

Es wird Winter: 5 Tipps an die Autofahrer

Tip 1:

Liebe Geschlechtsgenossinnen, die ihr bei diesem Wetter Schiss habt, mit dem Auto unterwegs zu sein: lasst es einfach zu Hause stehen. Und seid anders mobil.

Tip 2:

Liebe Autofahrer, die ihr heute morgen im Radio gehört habt, dass in Bayern chaotische Straßenzustände herrschen: haltet die Augen offen, prüft den Zustand der Straßen und verhaltet euch entsprechend. Die Nachrichten haben leider die Tendenz, nicht zu erwähnen, wo es nicht spiegelglatt ist.

Tip 3:

Liebe Autofahrerinnen und Autofahrer (nicht nur in München): es reicht nicht, den Scheibenwischer zu betätigen und nach einigen Kilometern dann wirklich aus dem Auto rauszusehen.

Tip 4 – hat nichts mit dem Wetter zu tun:

Liebe Fußgänger: warum steht wohl an manchen Straßen ein riesengroßes Schild mit der Aufschrift „Hier kein Übergang!“ mit einem Hinweis, dass auf der anderen Seite der Kreuzung ein Fußgängerübergang ist? …?

Tip 5 – an mich, muss ich selbst beherzigen:

An Tagen wie diesen hab ich es nicht eilig, in die Arbeit zu kommen, ich bin höflich und rücksichtsvoll zu allen anderen Verkehrsteilnehmern und lasse mir die Laune auch von denen nicht verderben, die es offensichtlich darauf anlegen, mich und andere mit ihrem Verhalten zu provozieren. So, das ist mein neues Mantra, hoffe, es wirkt bald!!!

Milchzahn

Da stolpere ich doch gestern abend über das Bild einer süßen Zahnlücke:

Ja, der erste Milchzahn ist raus – jetzt heißt es für mein liebes Patenkind Abschied nehmen. Als wenn man sonst nicht schon genug Ablenkung im Leben eines fast 7jährigen hätte. Kann mich gut erinnern, wie ich stundenlang an den noch gar nicht locker sitzenden Zähnen gewackelt hab, bis sie immer noch nicht rausfielen, aber man sie mit der Zunge schon fast so weit hatte. Ich glaube nicht, dass ich für meine Milchzähne einen Zahnarzt konsultieren musste? Hab ich alle selbst „erledigt“.

Einmal sogar mit einem grausigen Versuch: Bindfaden um den Zahn, der immer noch viel zu fest saß, ein Ende am Zahn, ein Ende um die Türklinke, und dann die Tür weit aufgeschmissen … Hat natürlich nicht auf Anhieb und eigentlich auch gar nicht funktioniert, möglicherweise, weil ich dem Faden „gefolgt“ bin? Egal, die Oma hat dann schon nachgeholfen, im Zweifelsfall waren da noch andere Familienmitglieder, die mit Hand anlegen konnten. Und liebe Patenkinder: das ist keine Anleitung zum Selbstversuch, klappt nämlich meistens nicht! Sagen zumindest meine Rückfragen im Freundeskreis.

Den legendären ersten Milchzahn hat  Mama dann in einem Kästchen aufbewahrt, ob alle anderen da auch reingewandert sind? Weiß ich nicht mehr, die Spannung und Aufmerksamkeit lassen im Verlauf der ausfallenden Zähne wohl etwas nach … Ich hatte es zumindest schon sehr weit in meiner Erinnerung zurückgedrängt, aber heute muss ich natürlich wieder dran denken. Eine große Zeit war das. Was man doch alles in dieser Phase des Größerwerdens erlebt: Wachsen, Zähne austauschen, Lernen, unabhängiger von den Eltern werden, …?

Man, wenn man so zurückdenkt, wird einem doch gleich noch bewusster: das Leben als Erwachsener ist eigentlich ganz schön langweilig … 🙂

Happy Birthday Astrid Lindgren

Aus aktuellem Anlass – heute würde Astrid Lindgren 105. Geburtstag feiern – sag ich mal Dankeschön. Wenn ich an meine Kindheit denke, dann hat mir diese großartige Schriftstellerin wunderbare Stunden geschenkt. Voll Phantasie, voll mit schwedischen Dörfern und kleinen Städten mit bunten Häusern, voll mit Naturerlebnissen. Auch wenn ich damals nicht wusste, wo Schweden liegt – es hat mir dort dank ihren Erzählungen richtig gut gefallen! Nicht immer waren ihre Hauptfiguren meine Idole, Pippi fand ich toll, als abenteuerlustige Freundin, wollte aber nie Tommi oder Annika sein (zu fad). Mit den Kindern von Bullerbü hab ich gespielt, bin in Gedanken mit auf ihre Touren gegangen. Ich wollte schon immer mal Ferien auf Saltkrokan machen! Mit Madita hab ich gelitten und mich oft in ihr wiedererkannt. Die Madita-Filme hab ich erst viel später gesehen (und auch die fand ich toll). Bei Nils Holgerson wars andersrum: ich habe erst die Zeichentrickserie geliebt, wäre am aller-allerliebsten auch mal ganz klein gewesen, um mit den Gänsen zu fliegen und die Welt zu sehen. Die Bücher hab ich erst viel später verschlungen. Wie Karlsohn vom Dach und ürbigens auch Ronja Räubertochter, das Buch hab ich erst als Erwachsene gelesen.

Und meinen Michel liebe ich ununterbrochen heiß und innig: wenn die Geschichten aus Lönneberga im Fernsehen widerholt werden kann ich wirklich nicht widerstehen. Muss ich sehen. Vor allem, weil der Schauspieler genau so ist, wie man sich den Emil aus dem schwedischen Original vorstellt: ein blonder Lausbub, verschmitzt mit einem wunderbar großen Herzen.

Ich habe von Astrid Lindgren später noch viel gelesen, mich im Studium mit ihr als Schriftstellerin auseinandergesetzt, mehr über sie als Persönlichkeit gelernt. Und mir dennoch immer einen Blick auf sie erhalten können: sie konnte sich auch als Erwachsene so herrlich in Kinder hineinversetzen. Bilder erschaffen, die Kindern gefallen. Ideen erfinden, die Kinder begeistern. Und auch Erwachsene in diese Welt mitnehmen.

Happy Birthday Astrid Lindgren – ich werde meinen Patenkindern sicher das ein oder andere deiner Bücher schenken, vorlesen oder mit ihnen einen Film nach deinen Romanvorlagen schauen!

Tanzen auf der Wiese

Eins hab ich am Wochenende gelernt: auf einer Wiese tanzen geht problemlos auch im Herbst. Dazu braucht man weder Sommer noch warme Temperaturen. Beigebracht hat mir alles, was es zum Spaßhaben beim Tanzen auf der Wiese braucht mal wieder meine noch nicht mal zweijährige Nichte.

Wichtiges Utensil sind Gummistiefel und eine Matschhose. Dann muss natürlich eine passende Wiese aufgesucht werden, am besten also die ganze Familie warm einpacken und bei fast irrsinnigem Spätnachmittaglicht mit ein paar guten Freunden losmarschieren. OK, besser ist es natürlich, sich von der Tante auf dem Dreirad schieben lassen. Mit dabei waren übrigens auch Kinderfreundinnen, die auf dem Fahrrad oder Laufrad ganz schön flott unterwegs waren. Aber wir sind gut hinterhergekommen. Erst mal die eigentliche Hauptattraktion, zwei Pferde in der Koppel, begutachten. Nachdem die beiden wichtigsten Fragen, also

1. wer ist das Mädchen, wer ist der Junge?

2. mögen die Kekse?

beantwortet waren, wars dann schnell nicht mehr sehr spannend. Und das hatte zur Folge, dass wir nach einem kurzen Brezenessen auf der Bank (V., L. und ich) von der kleinsten Mit-Spaziergängerin verlassen wurden.

Sie ist einfach mal ziemlich schnell die Wiese den Hügel runter gelaufen, ganz allein. Natürlich immer im Hinterkopf, dass ihr schon jemand (also ich) folgen wird. Und dann hat sie ganz einfach die Arme ausgestreckt und sich in der Wiese um die eigene Achse gedreht. Was war das für ein wunderschöner Anblick, lachend, glucksend vor Glück, mit sich und der Welt total im Reinen. Am lustigsten war übrigens, als sie dann etwas ins Torkeln kam und nach vorne mitten in den Matsch geplumpst ist. Und von der ebenfalls lachenden Tante einfach wieder hochgehoben wurde zur nächsten Tanzrunde. Ich hab mich natürlich angeschlossen, ebenfalls die Hände zum Propeller ausgestreckt, Kopf nach hinten und mit Blick in den Abendhimmel mitgetanzt.

Was kann das Leben herrlich unkompliziert sein?