Archiv der Kategorie: Short Stories

Short Stories: I love to Blog

Angefangen zu bloggen habe ich aus schlechtem Gewissen – um meinen Patenkindern meine Erinnerungen mit ihnen zu erhalten, Erwachsene vergessen einfach so schnell. Das ist unverändert das wichtigste Ziel, das ich verfolge. Nach knapp einem Jahr kann ich sagen, dazu kommen auch Alltag, Erlebnisse, Ärgernisse, Freude, Menschen, Beobachtungen … Trotzdem ist das ein Tanten-Blog, also keiner der unten genannten Kategorien zuzuordnen.20140501-110200.jpg

Ich mag Bloggen sehr – ja, I love to blog – schaffe fast täglich zu schreiben. Mal kürzer, mal länger.  Ich lese gerne selber nach (daran stelle ich fest, wie schnell Erwachsene vergessen …), freu mich aber auch über mittlerweile fast 150 Mitleser. Ich habe einen kleinen Kreis an fleissigen Kommentatoren, das ist eigentlich die größte, da unerwartete Freude: dass Menschen mitlesen, was ich schreibe, sich Gedanken machen, mit mir kommunizieren. Die lerne ich online kennen, manche vielleicht auch mal „in echt“, das finde ich spannend.

Kooperationen – ja, gute Frage: darüber mach ich mir noch keine Gedanken. Was ich nicht möchte, ist eine Verwischung des ursprünglichen Gedankens. Was mir aber Spaß macht sind Blogger-Aktivitäten. Aktionen wie diese, die mal eine andere Sicht zu denken und schreiben anregen. Das find ich gut. Produkt-Placement, Gewinnspiele oder ähnliches hab ich weder geplant, noch macht es in meinen Augen großen Sinn. Ich blogge nicht mit dem Hintergedanken, das mal beruflich zu tun oder damit Geld zu verdienen. Deshalb distanziere ich mich auch ausdrücklich, sofern es mal Werbung hier gibt, wird nicht von mir gesteuert, noch möchte ich das überhaupt.

Ich hab durch das Bloggen neue Rituale gefunden, es ist (für mich) anders als Tagebuchschreiben. Ich schreibe nicht alles auf, sondern nehme wichtige Gedanken heraus. Manchmal plane ich Einträge, meistens schreibe ich aber einfach sehr spontan. Unter der Woche hatte ich mir im letzten Jahr einen schönen Rhythmus angewöhnt, meinen Arbeitstag mit einem Post zu beenden. Aktuell sehe ich im Bloggen eine kurze gedankliche Auszeit irgednwann im Tagesverlauf. Das wechselt also. Mir gefällt es, einerseits den Kanal des Schreibens zu verwenden, also einen Gedanken „zu Papier zu bringen“. Und ihn festzuhalten. Andererseits ist es sehr interessant, zu lesen, was andere dazu denken, Reaktionen zu verfolgen. Und mir vorzustellen, was wohl meine jungen Mitleser mal dazu sagen werden. Was ihre Position sein wird. Auch, ob sich ihre Sicht auf Dinge verändern wird mit den Jahren. Welche Entwicklungen sie machen werden. Was sie sehen werden, ob ich daran auf die ein oder andere Art teilhaben werde …

Es gibt keinen Plan, keine zeitlichen Vorgaben, keinen Druck. Anders als im Job wähle ich meine Themen einfach aus dem erlebten Augenblick. Und konzentriere mich vornehmlich auf das, was meine Patenkinder mit mir und umgekehrt erleben. Über manche Beobachtungen muss ich jetzt schon grinsen, weil kleine Kinder sich doch sehr schnell wandeln. Und am schönsten für mich ist, dass ich so noch viel bewusster mit den Erlebnissen mit meinen kleinen Freunden umgehe. Das birgt auch eine große Verantwortung – ich mache immer einen Spagat zwischen „das wollt ihr später wahrscheinlich mal lesen“ und „darf ich das wirklich erzählen“? Und auch wenn wir darüber sicher nicht immer einer Meinung sein werden (ich versuche, nichts zu schreiben, was ich selber niemals über mich hätte lesen wollen), manchmal denke ich trotzdem, dass es wichtig ist, es zu notieren 🙂

In diesem Monat fragen Andrea und Bine: „Warum hast Du angefangen zu bloggen? Was hat Dir das Bloggen bereits gebracht? Wann schreibst Du Deine Postings? Was ist für Dich wichtiger- Text oder Fotos? Welche Art von Blog schreibst Du? Food-Blog? Lifestyle-Blog? Mami-Blog? Deko-Blog? Politik-Blog? Buch-Blog? Bloggst Du nur für Dich oder verfolgst Du mit Deinem Blog andere Ziele? Sind Dir Kooperationen mit anderen Bloggern oder Unternehmen wichtig oder eher nicht? Hast Du durch’s Bloggen neue Menschen kennen gelernt oder möchtest Du das vielleicht gar nicht? Fragen über Fragen…. erzähl doch mal!“

Short Stories: Umgebung

Umgebung, meine Straße, mein „Wohnort“. Ich lebe in der Stadt, in München. Genauer gesagt im Münchner Westen, gleich neben dem Nymphenburger Schlosspark. Als ich vor etwa 9 Jahren in meine aktuelle Wohnung in Obermenzing gezogen bin habe ich mich sehr schnell dafür entschieden, weil zwei wichtige Faktoren erfüllt waren: eine grüne Umgebung inmitten eines Wohngebietes. Nicht zu zentral, aber auch nicht zu weit ab vom Schuss, schnell auf der Autobahn. Ich hab vorher im 7. Stockwerk eines doch sehr großen Hauses im Zentrum des Stadtteils Neuhausen in einer WG gewohnt, wollte keinesfalls wieder in ein Hochhaus, keine Innenstadtlage und wieder allein leben. Meine Tür hinter mir schließen, ohne dass jemand in meinem Bereich „störend“ ist. Und sehr viel mehr wollte ich tatsächlich nicht. Von meinem Viertel bekomme ich als arbeitende Bevölkerung wenig mit. Von Freunden und Bekannten weiß ich, wie wichtig ihnen Einkaufsmöglichkeiten in Laufentfernung sind, ich hab Bäcker, Shops und Bio-Supermarkt ums Eck, trotzdem kauf ich meist unterwegs ein. Es gibt ganz nah einen Griechen und ein bayrisches Lokal mit Biergarten. Sind aber keine Stammlokale, bin ja abends eher selten in meinem Viertel. Was sich verändert hat: in den letzten Monaten ist es nicht mehr ganz so einfach, einen Parkplatz in meiner Straße zu finden, macht ein paar mehr Meter Bewegung morgens und abends. Meine Nachbarschaft? Kannte ich lange Zeit kaum. Mein direkter Nachbar ist ein sehr netter älterer Herr, den ich maximal einmal pro Monat sehe. Dann hab ich zwei tolle Nachbarinnen, wir sehen uns ebenfalls viel zu selten, aber wenn, dann ist es ein toller Abend mit viel Lachen, viel Reden, sich Austauschen. Besonders beliebt sind unsere zufälligen Gespräche im Treppenhaus, ja wir nutzen jede Gelegenheit. Die restlichen Hausbewohner sehe ich so gut wie nie. Die Straße und die Umgebung sind ok, ich glaube, es ist ein bunter Mix aus Hauseigentümern und vermieteten Wohnungen. Ein paar kennt man, begrüßt sich auch mal beim zufälligen Treffen auf der Straße. Andere wollen vollkommen anonym sein, schaun weder rechts noch links. Direkt um die Ecke ist ein kleiner Spielplatz, für mich nicht soooo wichtig. Ebenfalls um die Ecke eine kleine Pension, praktische Alternative, wenn man Besuch bekommt. Von Vorteil ist die Nähe zum Nymphenburger Schlosspark, vor allem an lauen Sommerabenden nutze ich die grüne Oase und tauche in die Natur, den Park und die Blicke ein. Und wundervoll ist mein Balkon, mit Blick ins Grüne. Sehr erholsam nach einem anstrengenden Arbeitstag. Eigentlich würde ich lieber raus aus der Stadt, auf dem Land leben. Und zwischendurch, wenn ich mich über so das ein oder andere ärgere, halte ich auch mal Ausschau. Aber unterm Strich bin ich ganz gern da, wo ich bin. Leben in der Stadt wird für mich immer ein Kompromiss bleiben, aber mit meinem Kompromiss bin ich zumindest meistens ganz glücklich.

Diesen Monat fragen Andrea und Bine nach Umgebung. Thema soll sein: „Deine Stadt, Deine Strasse, Dein Bezirk, Dein Veedel (Viertel), Deine Gegend, Deine Umgebung, Deine Welt…. Wo lebst Du? Warum lebst Du dort? Lebst Du dort gerne? Musst Du dort leben? Würdest Du lieber wo anders leben? Erzähl mal!“

Short stories: Freundschaft

short storiesGabs hat mich auf eine Aktion der beiden Bloggerinnen Andrea und Bine aufmerksam gemacht, die ich bislang noch nicht kannte. Das Projekt lautet short stories – diesen Monat geht es um Freundschaft. Darüber hab ich zwar schon oft geschrieben, aber nachdem ich kurz nachgedacht habe, ist mir ein Gedanke wieder eingefallen. Genau richtig für eine short story zum Thema Freundschaft:

Es ist rund 15 Jahre her, da brachte meine Cousine im Kontext mit einer Beerdigung im Familienkreis einige Thesen: Familie – Angehörige hast du. Ob du willst oder nicht. Dafür musst du nicht kämpfen. Familie kannst du dir nicht aussuchen. Ein Familienmitglied verlierst du nur durch den Tod, auch wenn du mit jemandem gar nicht verwandt sein möchtest, keinen Kontakt haben willst. Freunde – eine Freundschaft wählst du. Gezielt. Ob für kurz oder lange. Es ist eine bewusste Entscheidung. Und man verliert Freunde so leicht, wenn man nicht genug für die Aufrechterhaltung der Beziehung tut. …

Gab mir damals wie heute sehr zu denken. Ich mag bekanntermaßen meine Familie richtig gerne. Und es gibt Freunde, die für mich wie Familienmitglieder sind. Die ich in meinem Leben, auch wenn wir uns manchmal näher und manchmal ferner sind, nicht missen möchte. Und Punkt.