Archiv der Kategorie: Rezepte

Das mit der Kräuterbutter

Gestern wurde ich von der bezaubernden Nichte sehnsüchtig erwartet. Und für mich wurde mit viel Liebe vorbereitet – Kräuterbutter. Selbstgemacht. 

Und da musste ich dran denken, was ich vor vielen Jahren für das Hochzeits-Kochbuch der besten Freundin geschrieben habe:

„Man sagt manchmal so ganz ohne Hintergedanken nette Sprüche wie „gerade in einfachen Dingen steckt besonders viel Liebe fürs Detail…“ und macht sich wenige Gedanken, dass gerade in so allgemeinen Aussagen sehr viel Wahrheit liegt. Ich bin nicht mehr ganz sicher, wann zum ersten Mal eine Kräuterbutter in unserem Hause zubereitet wurde. Ich weiß aber: das gab es nicht schon immer! Aber: seitdem wir Kräuterbutter kennen, ist sie nicht mehr wegzudenken. Und die ganze Familie bereitet sie ähnlich zu, mit vielen kleinen Variationen. Das Tollste an selbstgemachter Kräuterbutter ist: man weiß, was drin ist! 

Das Schöne an einem einfachen „Gericht“ ist schon im Prinzip, dass es einfach zuzubereiten ist, dadurch wenig Zeitaufwand dahintersteckt. Noch toller ist aber, dass man es auch sehr einfach variieren, Zutaten austauschen, andere Kombinationen probieren oder neue Zutaten dazu fügen kann. Witzigerweise kommt kaum jemand auf die Idee, bei den günstigen Fertigprodukten selbst Kräuterbutter zu machen, insofern ist es immer wieder
eine gelungene Überraschung. Und mal ganz ehrlich: das Geschmackserlebnis
spricht doch wirklich für sich? Ich wünsche guten Appetit!“

Unser Familienrezept:

Kräuterbutter

PS: Schmeckt auch super zu Fondue oder Raclette 🙂

 

Aus der Weihnachtsbäckerei

Ich suche ja öfter mal nach „was mit Marzipan“, in diesem Jahr hab ich einen weihnachtlichen Nusszopf gefunden und ausprobiert, so wird er gemacht:

  • 1 Würfel Hefe in 250 ml lauwarme Milch bröckeln und für ca. 10 Minuten zum Vorteig gehen lassen,
  • dann mit 500 g Mehl, 1 Ei, 2 Prisen Salz, 1 Prise Zimt, 80 g Butter, 50 g Zucker und etwas Orangenschalenabrieb zu einem gleichmäßigen Hefeteig verkneten.
  • Diesen für wenigstens eine Stunde an einer warmen Stelle gehen lassen, er muss sich mindestens verdoppeln.
  • Einen großen Apfel schälen und sehr fein reiben. Mit je 100 g gemahlenen Mandeln und gemahlenen Haselnüssen mischen.
  • 200 g Marzipanrohmasse fein reiben, mit 2 TL Apfelsaft zur Apfel-Nussmasse geben, mit 50 g Zucker, 1 Prise Salz und je 1 Msp. Zimt und Lebkuchengewürz zu einer gleichmäßigen Masse verarbeiten.
  • 2 Eiweiß steif schlagen und zusammen mit 150 g Aprikosenmarmelade zur Füllung geben und unterheben. Alles gut zu einer Art Paste verrühren.
  • Den Hefeteig auf einer bemehlten Fläche nochmal kurz mit den Händen durchkneten und zu einem etwa 65 auf 50 cm großen Rechteck ausziehen bzw. ausrollen. Gleichmäßig mit der Nuss-Paste bestreichen.
  • Jetzt der Länge nach aufrollen und die Rolle in der Mitte der Länge nach komplett einmal durchschneiden. Die beiden Stränge mit der Schnittfläche nach oben miteinander verschlingen und in einem Kreis auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen.
  • Wer mag streut eine Handvoll Haselnüsse verteilt darüber.
  • Nusszopf in ca. 30 Minuten goldbraun backen.
  • WICHTIG: Nach 15-20 Minuten nachschauen, wenn der Kranz schon gut gebräunt ist mit Alufolie abgedeckt fertigbacken.
  • 150 g Puderzucker mit etwas Milch und Vanillearoma zu einem Zuckerguss verrühren und auf dem heißen Nusskranz verstreichen.
  • Abkühlen lassen und gut verpackt über die Weihnachtstage schmecken lassen 😋

PS: In zahlreichen Rezepten kommt Rum in den Zopf, mein erster Versuch war aber so schnapslastig, dass ich beim zweiten darauf verzichtet habe …

Rezepttipp aus der Hofküche: Bigos

Über den Zaun gereicht wurde mir 2017 erstmalig ein polnischer Krauteintopf, wie er wohl so ähnlich schon 1475 geschmort wurde. Hat mich an meine kulinarische Entdeckung in Krakau letzen Dezember erinnert, wenn auch ganz anders. Weils mir gut geschmeckt hat teile ich das Rezept (wurde vom Landshuter Wochenblatt in der LaHo-Sonderausgabe verraten).

Man braucht für den Bigos:

  • Speck und Schweinefilet
  • Zwiebeln
  • (Krakauer Wurst oder Polnische)
  • Weißkohl, Sauerkraut, Steinpilze, Dörrpflaumen
  • (Tomatenmark gabs im Mittelalter noch nicht, ich vermute, damals kam einfach mehr Obst oder anderen Gemüsesorten wie Karotten, Rüben, Sellerie, Pastinaken o.ä. rein?)
  • Knoblauch, Kümmel, Rosenpaprika, Majoran, Pfeffer, Lorbeerblätter, Weißwein
  • Brühe (und/oder Weißwein)

Den Speck und das Schweinefilet in kleine Würfel schneiden, mit gehackten Zwiebeln in einem großen heißen Topf kräftig farbig anbraten. Auf die in Scheiben geschnittene Krakauer oder Polnische Wurst würde ich verzichten, gehört aber im Original rein. Jetzt einen Weißkohl in grobe Stücke schneiden, Sauerkraut, Steinpilze und Dörrpflaumen in Scheiben sowie alle Gewürze dazugeben. Knoblauch zerdrücken und mit Tomatenmark unterrühren. Mit Brühe ablöschen, aufgießen, nach Geschmack mit Brühe oder Weißwein. Soll erst mal flüssig wie eine Suppe sein. Jetzt mehrere Stunden bei konstanter Hitze schmoren, bis das Fleisch zerfällt. Kann immer wieder aufgewärmt werden oder über einen ganzen Abend auf dem Herd stehen bleiben. Dazu schmeckt frisches Brot.

In meiner Kostprobe war viel Fleisch, Kohl und Kraut waren fast nicht mehr zu identifizieren, war wie ein kräftiges Gulasch, mir hat es sehr gut geschmeckt, da die Gewürze durch das lange Köcheln über Feuer in einem großen Topf gut zur Geltung kamen. Bigos heißt übrigens so was wie „Zweimal Geschmack“, ich fand es köstlich. Wird bestimmt im Winter mal als Holzofen-Experiment ausprobiert. Und es gibt wieder kein Bild, weil ich ja mit Verkosten beschäftigt war 😉