Archiv der Kategorie: Rezepte

Bärlauch-Pasta

Ich wiederhole nicht noch mal, wie es ist, sich den Finger in der Nudelmaschine aufzuschlitzen – keine Sorge.

Lieber schreib ich das Rezept für die wirklich leckere Pasta auf, die ich in diesem Jahr erstmals mit Bärlauch ausprobiert habe und sicher wiederholen werde:

  • 5 Handvoll Bärlauch gründlich waschen, trocknen lassen und mit wenig Wasser sehr fein pürieren.
  • Masse durch ein Sieb streichen und die Flüssigkeit auffangen.
  • Bärlauchsaft mit 500 g Mehl, 4 Eiern, einem Schuss Kräuteröl, je 1 TL Meersalz und Pfeffer sowie etwas frisch geriebener Muskatnuss in einer Schüssel zu einem festen, glatten Teig kneten. Wenn er an den Händen kleben bleibt so lange Mehl zugeben, bis er sich vollständig löst.
  • In Klarsichtfolie verpackt wenigstens 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und in ca. 10 gleichgroße Portionen teilen, mit der Hand schön plattdrücken.
  • Jetzt durch die Nudelmaschine zu sehr flachen etwa gleich langen Teigplatten ausrollen und zu Bandnudeln verarbeiten (bei wem es auch nicht in der Maschine klappt: man kann auch mit dem Messer einfach „gleichmäßig“ etwa 1 cm breite Streifen schneiden).
  • Fertige Nudeln bemehlen und zum Trocknen auf eine Stange hängen.
  • In kochendes Wasser, je nach Dicke al dente kochen.

Dazu schmeckt: Pesto, in Butter kross angebratene Zwiebeln ODER eine selbstkreiierte Restesauce, in meinem Fall aus Spargel, Zucchini und Lachs. Ein paar Stangen Spargel schälen und in kleinen Stücken garen, Zucchini in gleich große Stücke schneiden und die letzten 3 Minuten mit in den Topf. Abgießen und kurz beiseite stellen, in der Zeit den Lachs im Nudelsud „anbraten“, mit etwas Gemüsebrühe ablöschen, Spargel und Zucchini dazugeben, etwas Frischkäse in die Sauce, alles kurz aufkochen. Vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Schmeckt einfach guad 😋

Knuspriges Baguette

Nicht mehr arbeiten zu müssen bedeutet, dass ich Zeit im Überfluss habe – zum Beispiel für Kochexperimente. In den letzten Jahren experimentiere ich immer mal wieder, selber Brot zu backen, weil der Bäcker schon zu hat, bis ich Einkaufen gehen konnte. Aber auch, um zu wissen, was drin ist. Ein paar Versuche, selbst Baguette zu machen, sind kläglich gescheitert, weil das Ergebnis einfach nicht geschmeckt hat. Mit diesem Rezept hat es jetzt schon doppelt und geschmacklich sehr zufriedenstellend funktioniert.

Zutaten:

  • 300 ml lauwarmes Wasser
  • ca. 1/4 Würfel Hefe
  • 1 Prise Zucker
  • 375 g Mehl (am besten unterschiedliche Sorten nach Geschmack, ich habe beim zweiten Versuch Dinkel und Weizen zu gleichen Teilen gemischt)
  • 1 Teelöffel Salz

Zubereitung:

  • Hefe und Zucker in etwas lauwarmem Wasser auflösen, mit dem restlichen Wasser, Mehl und Salz unterrühren. Das ergibt einen eher flüssigen Teig, der sich nur schwer vom Rand löst.
  • Teig in der mit einem Geschirrtuch abgedeckten Schüssel an einem warmen Ort etwa 90 Minuten gehen lassen, er soll sich verdoppeln.
  • Backofen auf Umluft, 240 Grad, ein tiefes Backblech mit Wasser füllen und auf die unterste Schiene schieben.
  • Den klebrigen Teig aus der Schüssel auf ein bemehlte Arbeitsfläche gleiten lassen, mit Mehl bestäuben. Mit einem Teigschaber in zwei Portionen aufteilen und ganz grob zwei längliche Formen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben.
  • Baguette auf der mittleren Schiene etwa 30 Minuten goldbraun backen, auf einem Gitter auskühlen lassen.

Schmeckt am besten frisch, aber auch noch am nächsten Tag 😋

3erlei Aufstriche

Zu meinem Job-Ausstand hatte ich ein paar gut bewährte Brotaufstriche vorbereitet, die auch mal als Rezept verewigt werden dürfen:

Obazda „nicht-ganz-Originalrezept“

Zutaten:

  • 250g Camembert
  • 150g Doppelrahmfrischkäse
  • 100g Butter
  • 2 EL edelsüßes Paprikapulver
  • ¼ TL gemahlener Kümmel
  • evtl. 1 Spritzer Sahne oder Bier, nach Geschmack
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung: alle Zutaten sollten zimmerwarm sein, Camembert in kleinere Stücke brechen oder schneiden, in eine Schüssel mit Frischkäse und Butter geben und mit der Hand vermischen. Alle Gewürze zugeben, nach Geschmack nachwürzen, der Spritzer Sahne oder Bier ist Geschmackssache! Alles glatt streichen und vor dem Servieren noch mal kühl stellen.

Paprika-Frischkäse-Aufstrich

Zutaten:

  • 150g körniger Frischkäse
  • 150g Mascarpone
  • 100g Magerquark
  • Je 1 halbe Paprika in rot, gelb und/oder grün (ganz nach Geschmack)
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Bund frische Kräuter (z.b. Schnittlauch oder Kresse)

Zubereitung: die Paprika erst in feine Streifen schneiden, anschließend sehr fein würfeln, mit Frischkäse, Mascarpone und Quark vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen. Einen Teil der Kräuter (Schnittlauch in kleine Röllchen schneiden) untermischen, mit dem Rest garnieren.

Dazu eine bunte Brotmischung sowie Brezen – perfekter Brunch 😋

… übrigens gab’s auch die Leibspeise der Münchner Patenkinder, Kartoffel – oder besser Erdäpfelkäs, Rezept hatte ich hier schon mal notiert. Die Reste wurden dann am letzten Arbeitstag abends gemeinsam im trauten Patenkinderfamilienkreis verspeist, das war der schöne Abschluss der letzten Woche.

Sehr amüsant „das Ende“: ich hab mich erkältungsbedingt aus Patenkindersicht viiiiiiiiiiiiiiiiiel zu früh auf den Heimweg gemacht, einen nach dem anderen geknuddelt. Auf das Umarmen mit ihrem Herrn Papa quietscht Mademoiselle sinngemäß etwas wie „verliebt, verlobt, verheiratet … das nächste Mal im Hochzeitskleid, dann seid ihr Mann und Frau“ … Hüstel, wir „Großen“, vor allem Teenager Monsieur, sind pikiert, die Frau Mama klärt ihre Tochter auf, dass der Papa schließlich schon vergeben sei. Kommentiert Fräulein Naseweis mit „dann sind sie eben Papa und Patentante“. Ja, das triffts, ich bin schließlich als Freundin wie ein Familienmitglied „adoptiert“ 😉

Kochen auf dem Holzofen: Wintereintopf

Mein Experiment Kochen auf dem Holzofen geht weiter, dieses Mal habe ich mich an einem neuen „Wintereintopf mit Wirsing“ versucht. Ich habe als Inspiration ein paar Instagram-Posts gemischt, das Ergebnis dann alles in einem Topf auf dem Holzofen schmoren lassen, ob vegetarisch oder mit Hackfleisch: sehr lecker.

Erst mal den Ofen gut anheizen, dann in einem großen Topf Öl erhitzen.

Man nehme:

  • 1-2 Zwiebeln, grob gewürfelt, in Öl glasig werden lassen.
  • Für Fleischesser 500g Hackfleisch bröselig anbraten. Ich habe eine vegetarische Variante mit Sellerie ausprobiert, in kleine Würfel geschnitten, auch sehr gut.
  • Dazu 5 große Kartoffeln und 5 große Karotten gewürfelt,
  • Mit etwas Salz und Paprikapulver würzen, mit Gemüsebrühe ablöschen, etwa 30 Minuten einköcheln lassen.
  • 1 nicht zu großen Wirsing in Blätter aufteilen, pro Blatt den Strunk entfernen und alle etwa 3 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren. Anschließend mit kaltem Wasser abschrecken, in Streifen schneiden, unterrühren und mitschmoren. Ca. 15 Minuten, am besten testen, wann der Wirsing gut ist.
  • Nach Geschmack mit Salz und Pfeffer nachwürzen.
  • Schmeckt aufgewärmt fast noch besser 😋

Und wer geschmacklich variieren möchte: ich hab das Rezept statt mit Gemüsebrühe mit Tomatensugo getestet, auch absolut empfehlenswert.

———–

Tom fragt nach Rezepten zum Thema „unkompliziert & geschmackvoll„, ich ergänze um saisonal.