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Durchatmen und zur Ruhe kommen

„Wir konzentrieren uns nur noch auf den Augenblick, auf diesen Raum, alles andere lassen wir draussen. Sie dürfen sich jetzt entspannen, einfach fallen lassen!“ Mit diesen Worten hat meine Masseurin heute eineinhalb Stunden Tiefenentspannung eingelaeutet, ich bin immer noch in meinem Atemfluss, spüre den Bewegungen nach und konnte die Berührungen so sehr geniessen. Schön, wenn ein Therapeut so eine positive Ausstrahlung hat, schön wenn ich mich als Kunde ganz fallenlassen kann.

Ganz allgemein muss ich sagen, dass es wunderbar ist, zum zweiten Mal das Wellnessangebot des St. Gunther zu geniessen. Wir Mädels machen gerade unseren jaehrlichen Freundinnen-Trip, 2012 quasi zum zweiten Mal, weil wir unseren Ausflug in den Dezember vorverlegt haben. Die Anreise in den Bayerwald heute Mittag war traumhaft schön. Ab Deggendorf geht es in den tiefverschneiten Wald, blauer Himmel, Sonnenschein. Am liebsten hätten wir alle paar Kilometer angehalten, um einfach nur den Blick in alle Himmelsrichtungen zu geniessen, auf den Hoehen verschneite Wiesen, die Aeste und Zweige der Baeume vom dicken Schnee nach unten gebogen, sooooooooo schön!

Bei der Ankunft im Hotel ist es ein herzlicher Empfang, wir haben ein Upgrade bekommen, eine kleine Suite mit eigenem Balkon mit Blick auf die Berge der Umgebung, draussen ein Tisch in der Sonne, nur fuer uns. Wir gehen trotzdem erst mal essen und einen Kaffee gegen die Müdigkeit trinken. Dann geht’s in die Sauna mit Ausblick, zum Abkühlen in den verschneiten Garten. Mit einem Ausblick, der mich schon wieder ins Schwaermen bringt: kennt ihr diese besonderen Sonnenlichtreflexe, die eine verschneite Landschaft am spaeten Nachmittag in vielen Farben schillern lassen? Dann kann man nach dem Saunagang auch noch dem eigenen Dampf oder Hauch zusehen, wie er durch die klirrend kalte Luft flieht. Und trotz Minustemperaturen hatte ich nicht eine Sekunde das Gefühl zu frieren. Und war vom Ausblick so fasziniert, dass ich locker eine halbe Stunde ausgehalten haette 🙂
Nach meiner Massage ist der Kopf vollkommen frei, hab tatsaechlich keine Minute an Arbeit, Stress oder sonst was Aktuelles gedacht – und atme seit Stunden tief ein und aus, wow, wenn das die zwei Tage so weitergeht schafft es das kurze Wochenende mich vollkommen zu entspannen? Schön, ich freu mich drauf!

Kleiner Exkurs, denn ich habe heute unterwegs eine Feststellung gemacht: in meiner kindlich naiven Welt geht im tiefen Winter ein menschenfreundlicher Langläufer los und zieht die erste Spur fuer alle anderen? Pustekuchen, das Schneeraeumkommando räumt vorne Schnee, walzt platt und hat hinten Skier so optimal eingestellt, um diese Spur zu ziehen. Liebe Kinder, man lernt nie aus …

Urlaubs-Intermezzo

Vom Schiff weiter auf die Insel – Samstag war ein großer Reisetag: vorbei noch mal an allen Seen, die wir auf dem Wasser besucht haben. Der Abschied vom Schiff war nicht schwer, nach einer Woche auf schwankendem Boden hab ich mich auf festen Untergrund gefreut. Auf dem Boot fällt einem das Schwanken nach ein paar Stunden gar nicht mehr so auf? Aber am Festland fühlt sich fuer mich auch heute noch alles an, als ob es sich bewegen würde, sehr gruselig!
Dann kam die Fahrt ans Meer, kurz vor der Küste haben wir Fahrerwechsel gemacht, die letzten Kilometer bis ins wunderschöne Stralsund durfte ich fahren, und dann über die riesengrosse Brücke übers Meer rüber nach Rügen. Das ist auch mit erwachsenen Augen beeindruckend: man kann ganz einfach fahren, muss nicht auf eine Fähre, geht ruckzuck, schon ist man auf der anderen Seite! Dann geht’s eher im Schneckentempo, denn auf der Insel gibt’s nur wenige Straßen fuer die vielen Besucher. Das ist aber auch gut so, denn man überlegt, dass man besser nicht zu oft mit dem Auto fahren sollte und lieber laufen oder den rasenden Roland nutzen sollte. Den hab ich dieses Mal leider nicht gesehen, aber so eine Dampflokomotive ist was besonderes?
Was macht man, sobald man das Ferienhaus erreicht und alles ausgepackt hat? Man muss noch mal „schnell“ ans Meer. Das ist ja um die Ecke. Ein paar Sachen eingepackt und los geht’s – die letzten 100 Meter sind nicht nur beim allerersten Mal schön: die Vorfreude steigt, der erste Blick, der Sand, Dünen, dann ist man da und es ist jedes Mal einfach wunderschön. Die Ostsee ist eher ruhig, aber einen kleinen Wellengang hat sie doch, und das Wasser so wunderbar frisch, aber nicht kalt.
Am wichtigsten ist am Meer, alles wirken zu lassen, also tief einatmen, um den Geruch von Salzwasser vermischt mit Sand und Luft zu erschnuppern, die Farben von Wasser, Horizont, Duene und Menschen zu sehen, Sand und Wasser unter den Füssen zu spueren, die Wärme und Kälte am Boden zu genießen … Alle Sinne lassen sich einsetzen, Zeit wird schnell relativ, denn gerade am Meer zwischen den Gezeiten verfliegt eine Stunde wie nichts – und trotzdem ist viel passiert!
Man wird schnell nass und voll Sand, macht mir nichts aus, sollte man trotzdem wissen, und auch, dass Sand in jede Ritze „passt“ und in der Windel keinen Spaß macht, weile scheuert. Die kleine Maus wollte nicht mehr weg: plantschen, Sand spielen, Muscheln sammeln – und mehr. Kein Wunder, dass wir auf dem Rückweg nach so viel Spaß und Spiel im Troedelmodus unterwegs waren? Und unseren ersten Nicht-Tanten-Konflikt erlebt haben? 2 Dickschädel und keiner zum Nachgeben bereit. Da zweifelt der Erwachsene dann durchaus an der eigenen Autoritaet: gegen Stursinn und lautes Geschrei hilft nur Druck, am Ende habe ich mich durchgesetzt, aber souveraen war das mal gar nicht?
Und Sonntag morgen der Abschied vom Familienurlaub, die Tante verlässt die Insel (mit viel Stau) und reist allein weiter nach Dresden. Unterwegs hab ich viele wunderschöne alte Gutshäuser gesehen, wunderschön ist das Preußische Land, echt schöne Ecken. Auch Städte, von denen ich dachte, es wären nur haessliche DDR-Überbleibsel, sahen beim Vorbeifahren richtig schön aus … An Berlin bin ich zum ersten Mal im Osten vorbeigefahren, kannte ich noch gar nicht, war eine sehr schöne Perspektive. Statt von Schönefeld durch Vorstadt-Tristesse und Plattenbauten kommt man durch den Spreewald, viel grün, echt schön!
Dresden – ich bin so herzlich empfangen worden. Franzi und ihre Familie wohnen wunderschoen im grünen Vorort, 2 kuschlige Mietzekatzen gehören dazu. Abends haben wir die Bahn in die Stadt genommen und sind schon einmal durch die angeleuchtete Altstadt gelaufen, sehr geschichtstraechtig, zwischen vielen Touristen. Heute wollen wir auch eher ruhig in die Stadt gehen, morgen will ich wandern, mir selbst anschauen, wie sich die Elbe ihren Weg durch die Berge gebahnt hat. Freu mich auf das Laufen und die Ausblicke!