Archiv der Kategorie: muss ich mir merken

Zugeschlagen

Auf der Suche nach einem Fahrrad für Nichte 2.0 nutzt meine Schwester die Weiten des wwws und die verteilten Wohnorte ihrer Familie. So kam es, dass ich kürzlich ausgesendet wurde, um einen flotten Flitzer bei mir ums Eck zu begutachten. Weil er in einem tadellosen Zustand war durfte ich den auch direkt in den Peugeot verladen … nicht ohne vorher noch das neue Fahrrad der kleinen Verkäuferin zu bewundern. Ich folge dem Mädchen also in die Garage, die Mutter sagt was, ich gehe weiter und – kawumm – was war das denn? Haben die mir jetzt mit dem Baseballschläger eins über den Kopf gezogen ….?

Dann die Erkenntnis: in einer unbekannten Garage kann ein offenstehender Fensterflügel in Kopfhöhe tatsächlich eine gefährliche Waffe sein. Ich hab seitdem zwar keine Beule – aber öfter mal ziemlich doll Kopfweh. In diesem Fall trifft im wahrsten Sinn des Wortes zu: doppelt zugeschlagen … 😦

„Fließend“ Homeoffice

Während Nichte 3.0 geboren wurde war ich da, damit 1.0 und 2.0 „normalen“ Alltag hatten. Aktuell bedeutet das, dass 2.0 nicht in die Kita oder zum Spielplatz darf, die große Schwester darf nicht in die Schule oder sich mit Freunden treffen. Beiden fehlt das, so richtig. Die jüngere macht das Beste draus, spielt im Sekundentakt was anderes und braucht immer das, was gerade verräumt ist. Oder sie geht schaukeln, schaukeln geht immer und stundenlang – aber das klappt dummerweise noch nicht allein. Da brauchts eine Anschubserin. Jetzt.

Die Große hat eine tolle Lehrerin, die für die Viertklässler ein Wochenprogramm erstellt hat, das sie „selbstorganisiert, bearbeiten können. Sie soll schließlich, auch wenn grad keine Normalität herrscht, zumindest ein paar Stunden für die Schule lernen.

Fragt man die jetzt ja mittlere nach hören großen Schwester, dann erklärt sie fließend, dass „Noni“ (ja, auch die Namen ändern sich) im Homeoffice ist. Ob die im Büro im obersten Stockwerk wirklich nur schulisches tut? Hm. Tja. Ich würde mal diplomatisch sagen: auch. Wobei jede Ablenkung hochwillkommnen ist. Und am Allerliebsten nehmen beide großen Schwestern grad „ihr“ Baby in den Arm. So geht Geschwisterstolz.

… Auch wenn der Lagerkoller immer nur ein paar Zentimeter entfernt scheint, im Großen und Ganzen wissen die zwei ihr Zuhause schon sehr zu schätzen. Immerhin hat die bezaubernde Nichte ohne jeglichen erwachsenen Impuls festgestellt, wie gut es ist, Haus und Garten zu haben. „Coco, stell dir mal vor, wir hätten nur eine winzig kleine Wohnung, ohne Balkon …“. Ja, das wäre in der Tat was ganz anderes. Und schon erkennt eine 9jährige, dass Dankbarkeit, für das was ist, angebracht ist, statt sich nach etwas zu sehnen, was man nicht braucht.

Im dunklen Wald

Ich bin ganz bestimmt nicht stolz auf die folgende Geschichte – aber sie soll festgehalten werden, weil sie lehrreich ist und zum Glück einen guten Ausgang hatte …

Im Wald fühl ich mich heimisch, orientiere mich am Sonnenstand und an Hinweisschildern, wenn ich in fremden Wäldern unterwegs bin. Hat bislang immer geklappt, deshalb hab ich mir eine gute Orientierung attestiert. Dummerweise war der Weg, den wir gestern gelaufen sind, anders als von meinem Begleiter angenommen, kein Rundweg. Und das Waldgebiet sehr groß und bis auf wenige Ausschilderungen sehr unübersichtlich.

Dann sind wir auch einen großen Umweg statt der ausgebauten Piste gelaufen. Und mitten im Wald kam die Dämmerung. Dass es in dieser Jahreszeit viel zu schnell stockdunkel wird muss ich nicht betonen.

Leider hat die Navigation gar nicht funktioniert, um halb sieben haben wir beschlossen, dass am wichtigsten ist, raus aus dem Wald zu kommen. Dann haben wir auf gut Glück einen Weg verfolgt – und nach weiteren zwei Kilometern ein Dorf gefunden. Zum Glück hat mein iPhone bis dahin Licht gespendet. Denn ohne Licht orientierungslos im Wald …

Puh. Alles ist gut gegangen, ein netter Schutzengel hat uns nicht nur die Tür aufgemacht, sondern uns ach zum etwa 5 Kilometer entfernten Auto gebracht. Und das war warm. Und hat uns heil heim gebracht.

In Zukunft werde ich wieder meinem üblichen Schema folgen und bei unbekannten Wegen einfach die gleiche Strecke zurückgehen. Oder falls ich Vorlauf zum Planen habe vorher Kartenmaterial studieren …

„Job“

Wie angekündigt bin ich gestern sehr früh raus. Weil ich es versprochen habe. Mich zur Abwechslung aktiv in mein wochenend-lebendes Dorfleben integriert habe. Mit offiziellem Auftrag ohne Bezahlung: als Fotografin. Es war anstrengend. Es war aufregend. Es war bis Mittag nebelig. Nix mit Sonne. Es war chaotisch.

Und ich hab nicht nur fotografiert, sondern mich rundum nützlich gemacht. Mitgeschaut und aufgepasst, dass alles läuft. Dass das, was das Organisationskomitee geplant und vorbereitet hat nicht wegen einer falschen Absprache schiefgehst. Medienvertreter „betreut“, was ich halt auch im normalen Brotjob mache. Und war am Ende auch fix und fertig. Und überglücklich, allein zu Hause zu sein. Pflichtbewusst hab ich die Bilder dann sogar noch hochgeladen und ein bisserl aussortiert. Und den Link losgeschickt. Damit war der freie Tag auch schon mehr als rum.

Dafür gabs am Abend dann aber ein Kompliment von Herzen. Vom alten Freund, der mir den „Job“ vermittelt hat. Der darf das 😉