Archiv der Kategorie: Mein Herz tanzt

Gipfeltreffen

Musik soll das Herz erreichen, das gilt für Laien, Profis oder Superstars. Ein Künstler muss schaffen, mit seiner Darbietung Emotionen zu wecken … Mein Herz ist immer noch von tiefer Dankbarkeit erfüllt, für 5 Opern-Stars, die das Open-Air auf dem Königsplatz nicht als weiteren Programmpunkt abgespult haben, sondern so sehr an die Gegebenheiten angepasst, einiges im Ablauf ganz anders als geplant gemacht, Kulisse und Himmelsbeobachtung genutzt haben. Natürlich mit Stimme und Auftritt überzeugten, aber auch sichtlich Spaß dabei hatten. Und so viele liebevoll charmante Details eingebaut haben, gut, ich vermute, auf die Aufregung beim ersten Stück hätte Jonas Kaufmann gut verzichten können? Aber ganz bestimmt nicht auf den Kuss für die bezaubernde Anna Netrebko! Die die Bühne auch mit leisen Tönen so sehr gerockt hat, getanzt, dabei so viel gelächelt, mit dem Publikum geflirtet hat – was bin ich froh, dass sie stimmlich nach Krankheit voll da war. Auch wenn sie für mich nicht DER Star des Abends war, sondern eine von 5. Die zweite Frauenstimme Elena Zhidkova, die zu Beginn etwas geplagt erschien, sich dann aber freisang und ihr letztes Solostück mit einem feurigen Juchzer beendete. Überragend: Thomas Hampson, der zu Cole Porter unter dem irren Nachthimmel swingt und das Orchester wie eine Bigband dirigiert, dazu eine sehr eigene Stimmfärbung hat, die ich so sehr mag. Und dann der Basso, Ildar Abdrazakov, der Granada tiefer legt und dazu abtanzt. Nicht nur er, der gerade singt, sondern alle zusammen machen sie die Bühne zum Tanzboden. Schön. Das ist es, was Musiker ausmacht, nicht gegeneinander, miteinander wird Musik großartig – hach!

 Und dann mein Moment: Jonas Kaufmann singt „Dein ist mein ganzes Herz“, für mich, ganz allein – jajaja, und die anderen 12.500 Besucher des Abends. Herrlich! Die letzte Zugabe: Bernsteins Tonight: „Good night, good night, sleep well and when you dream,
dream of us, tonight!“ Hab ganz bestimmt nicht nur ich gemacht 🙂

 Ein Dankeschön an die liebe Ex-Kollegin für die Karten, so durfte ich  Tribünengast bei diesem Gipfeltreffen sein, ganz weit weg von G7.  Und ich möchte mich dem „Gute Besserung“ der Kollegen an Dmitri Hvorostovsky anschließen, so viel positive Energie, das kann nur zu einer schnellen Genesung führen.

 Weitere Meinungen sind hier und hier und hier nachzulesen.  Wer mag, kann hier die Aufzeichnung anschauen – zumindest als Eindruck.

 

Mein Herz tanzt #2

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Lieber Rea Garvey,

du bringst mein Herz zum Tanzen. Are you ready to rock? Danke für einen unvergesslichen Abend, danke für eine Band, die in jeder Sekunde gerockt hat. Danke für die Menschen, die du in deinen Konzerten zusammenbringst. Danke für deine Worte und Gedanken, über Menschlichkeit, über ein Miteinander, über Freundschaft, über das Wesentliche. It’s a good life. Ich hab dich nicht zum ersten Mal live erlebt, im Gegenteil. Zum Beispiel noch als Teil von Reamonn, 2007 an gleicher Stelle im Zenith. War eine ähnlich kalte Winternacht. Auch ganz schön gut. Aber sonst alles ganz anders. Keine Frage, das jetzt bist du. Das ist deine Musik. Deine Harmonie, deine Worte, deine Aussage. Ich liebe das besondere Timbre deiner Stimme, ich mag das Kraftvolle, das du vom ersten bis zum letzten Ton durchziehst. Die Mischung aus so vielen Stilen. Was hast du jeden, der da war, mitgenommen in deinen Kosmos, der voll Musik und Leben ist. Deine Bühnenpräsenz ist, trotz Affentanz, so kraftvoll, so positiv. Plakate und Banner irritieren dich, trotzdem hast du Zeit für Emilys großes Kompliment gefunden. Und irgendwie hat sie damit das in Worte gefasst, was so viele denken: „Rea Garvey, du bist der Größte“. Vielleicht jetzt nicht so die Größe an und für sich, aber deine Selbstverständlichkeit, dein Humor, die Wertschätzung für deine Konzertbesucher, jeden Mitwirkenden. Deine Aufmerksamkeit, die Details, aber auch das Unerwartete.

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Deine geplante Überraschung: plötzlich bist du mitten in der Halle, kletterst zum Techniker hoch. Dann ungeplant der Lauf mitten durchs Publikum zurück zur Bühne, einen Meter an uns vorbei. Fast hätt ich dich berühren können, war aber zu abgelenkt von dem netten Security-Mann, der dir mit einer winzigen Taschenlampe … ja, was genau, den Weg geleuchtet hat? Wozu? Du weißt ganz genau, wo du hin willst. Ganz ehrlich: ich bin stolz, dass ich deine Musik schon so viele Jahre verfolgen darf. Schön, wenn ein Musiker sich bei seinem Publikum bedankt, mit Worten und Zugaben. Viel besser, wenn man einem Künstler durch seine eigenen Worte etwas zurückgeben kann: And I know that I’ll miss you when you’re gone (As you go).

Mein Herz tanzt weiter:

– weil der Körper noch so sehr im Rhythmus schwingt und ich mich einmal mehr vor Musikern verneige, die so viel Spaß an ihrem Konzert hatten, dass man es gesehen, gehört und gespürt hat.

– weil 6 von 7 Schwestern extra aus Irland zu einem Konzert des Bruders anreissen. Das war ein besonderer Konzertabend!

– weil der Moment, als der Dutt aufgelöst wurde, von so vielen mit Schmachten und Seufzen begleitet wurde 🙂 …

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Was für ein intensiver Konzertabend. Was haben wir gehört, gesehen, gefühlt, gestaunt, geliebt, gelacht. Und jeden einzelnen Augenblick ganz tief genossen. Und mein Herz tanzt, vor Glück, vor Freude, vor Erinnerung. Voll Dankbarkeit. Voll Vorfreude.

God bless

PS: irgendwie haben die Konzertfreundin und ich einen guten Lauf? Ich freu mich drüber! Sehr! Bis zum nächsten Mal 🙂

Mein Herz tanzt #1

IMG_1068.JPGIm Tanz der Moleküle beschreibt Mia diesen außergewöhnlichen Zustand des tanzenden Herzens, des unfassbaren Glückszustands, weil man genau da hin gehört, wo man gerade ist. Weil jedes Gefühl passt, weil das Zusammensein so schön ist, jedes Molekül, jede Faser des Körpers genießt. Weil es gut ist.

Ich war gerade bei der besten Freundin. Wir sind durch die Straßen ihrer Stadt gelaufen, haben uns treiben lassen, viel gestaunt, noch viel mehr geredet, uns ausgetauscht. Über das, was im Viertel und darum herum passiert. Und so viel mehr. Die ganze Stadt scheint eine Baustelle zu sein, es ist laut, aber auch so unendlich vibrierend und spannend, vor allem die Vorstellung dieser Entwicklung, der Veränderung. Traurig, wenn man durch den Park läuft und die Sturmschäden sieht. Aufregend, wenn man an den Baustellen vorbeikommt, wo schon bald keine Straßen mehr mitten durch die Stadt führen , keine Autos mehr fahren, dafür mehr Fläche zum Leben sein wird.

Was für eine intensive Zeit. Was haben wir gelebt, gefühlt, geschmeckt, gesehen, geredet, gelacht. Auch mal geschwiegen und einfach nur den Augenblick ganz tief genossen. Und mein Herz tanzt, vor Glück, vor Freude, vor Erinnerung. Und Vorfreude. Und Dankbarkeit.