Archiv der Kategorie: familiengeschichten

Das mit dem Vogelhäuschen

Meinem Vater wirds in seinem Ruhestand selten langweilig. Wenn ihm die Arbeit ausgeht, dann macht er sich welche. Deshalb hat er in diesem Winter bereits zwei Vogelhäuser gebaut. Eines ist als Nistkasten an die Scheunenwand gewandert und soll die Meisen davon abhalten, wieder wie im Vorjahr zu nisten. (War zwar für uns Menschen schön zu beobachten, wie die Kohlmeisen der Katze beim Ein- und Ausfliegen in den umgedrehten Blumentopf ein ums andere Mal entschlüpft sind – der bis dahin gut beschützte Nachwuchs konnte aber nicht flügge werden …). Das zweite steht mit reichlich Vogelfutter im Garten, wird aber gar nicht so gut frequentiert, wie erwartet. Das stört ihn natürlich, denn das hatte er sich anders vorgestellt.

Bei einem Spaziergang kürzlich hab ich gesehen, dass Familien eine ganze Vogelhecke mit unterschiedlichen, selbstgebastelten Futterkugeln präpariert haben und die gefiederten Freunde kamen reichlich in diese geschützte Umgebung. Noch bevor ich das meinem Vater erzählen konnte hab ich beobachtet, wie er an den Sträuchern entlang des Gartens strategisch Meisenknödel aufgehängt hat …

Tja, wenn er seinem Futterplatz Konkurrenz macht 😉

Wiedervereint im Katzenhimmel

Es heißt ja immer, dass wir Menschen im Alter wunderlich werden. Meine Beobachtung: Haustiere auch. Tatsächlich hatten wir nie einen wirklichen Hunde-Opa, bis vor kurzem lebte aber eine Katzen-Veteranin bei uns. Gut, wir haben uns immer über sie lustig gemacht. Denn die Cookie war einfach etwas anders. Aber seit dem Sommer wurde sie immer noch wunderlicher.

Wahrscheinlich ein kleines bisschen schwerhörig, denn früher ist sie zwar auch zwischen die Beine gelaufen, konnte aber jedes Mal entkommen, bevor jemand auf sie getreten ist. Sogar die Baustellenzeit hat sie unbeschadet überstanden – was wir nicht wirklich erwartet hatten, um ehrlich zu sein. Auffällig war, dass sie früher Reißaus bei jedem Lärm nahm, zum Beispiel wenn der Staubsauger auch nur entfernt zu hören war –  in den letzten Wochen lag sie einfach weiter da …

Letzten Sonntag hab ich sie für die Nacht nach draußen gelassen, morgens kam sie nicht – mein Vater hat sie später gefunden, sie lag auf dem Weg hinter dem Bauernhof. Wir denken, sie ist einfach friedlich eingeschlafen …

Damit hat der kleine Tierfriedhof ein frisches Grab bekommen. Im Katzenhimmel ist das Trio, das vor Jahren gemeinsam angetreten ist, den Bauernhof zu bevölkern, jetzt also wiedervereint.

Und die Eltern werden im Frühjahr Ausschau nach neuen Mitbewohnern halten. Sonst ist es auf dem Bauernhof doch zu leer …

Familientraditionen: Schule spielen

Seit kurzem machen die bezaubernden Nichten gemeinsam Hausaufgaben. Weil 2.0 einfach so lange vor der Tür nervt, darf sie jetzt immer mit ins Lernzimmer. Dort gibt die große der kleinen Schwester genug, damit sie für die Dauer ihres Lernens mit beschäftigt ist. Und so wird einträchtigst gelernt …

Das war schon mal vor 70 Jahren bei meinen beiden Onkeln, den ältesten Brüdern meines Papas so: als der Älteste in die Schule gekommen war wollte der Zweitälteste immer mit ihm Hausaufgaben machen. Als er später selber was aufhatte? War der Ehrgeiz deutlich geringer 😉

In meinem Fall hab ich diese Tradition etwas anders ausgeübt. Hab ich hier schon mal ausgeplaudert, dass ich als Kind erst im Schulalter angefangen habe, mit Puppen zu spielen? Und eher nicht sehr klassisch – sie wurden an Schulbänke gesetzt und ich stand als Lehrerin an der Tafel. Ich muss gestehen, dass ich sehr streng war und Null Verständnis hatte, wenn sie die Antwort nicht wussten oder nicht mitkamen …

Gewohnheiten

Meine Mutter ist nach 3 Wochen Kur-Auszeit wieder zu Hause. Endlich. Ja, ja, vieles hat sie durchaus sehr genossen. Also eigentlich fast alles. Das Programm hat gut getan, das schöne Zimmer mit Sonnenbalkon ganz für sich alleine, dass sie sich nur an den Tisch setzen musste und dann gabs leckeres Essen, dass sie keinen Haushalt an der Backe hatte … Aber eines, das hat sie sehr vermisst: ihr Waschbecken im Bad zu Hause. Auf Kur hatte sie nur ein kleines und das hing auch so doof, dass sie sich unmöglich darin die Haare waschen konnte. Da musste sie das doch glatt unter der Dusche tun – und das mag sie so gar nicht. 3 Wochen Gewohnheiten ändern war wirklich mehr als genug. Endlich kann sie sich wieder kopfüber unters Waschbecken hängen und ihre Haare so waschen, wie sie das schon immer macht. Punkt. 🙂