Archiv der Kategorie: auch einen gedanken wert

Essen gegen Langeweile

Immer wieder stolpere ich über Berichte, wie dicke Kinder lernen, sich gesund zu ernähren. Und frage mich dann, ob es wirklich so ist, dass Kinder mit unter 10 Jahren Verantwortung übernehmen müssen? Oder können? Für den Einkauf und fürs Kochen?
Kürzlich in einem TV-Beitrag: Dem kleinen Korbinian hilft eine Box mit Beschriftung „Ich esse nicht, weil mir langweilig ist“. Drin je ein Zettel mit einer Aktivität: Sport, Lesen, Hörbuch, Radfahren steht da drauf – und das macht er dann anstatt zu naschen…?

Als Kind kam mir bei Hunger nicht der Gedanke, mich vom Essen ablenken zu müssen? Ich hatte Hunger, weil ich vorher aktiv war. Über Spielen, Herumtoben, Draußensein, Abenteuer erleben und allem, was unseren Tag bestimmt hat, haben wir auch manchmal den Hunger schlicht vollkommen vergessen. Klar, wir haben 10-Pfennig-Stücke gesammelt, um uns im Sommer die besondere Leckerei 10erl-Eis (wer kann sich daran erinnern? Eine Köstlichkeit für Kinder: gefrorenes Zuckerwasser in allen Farbschattierungen, Geschmacksverstärker jenseits jeder Akzeptanzgrenze, aber himmlisch und bitte immer viel davon) zu leisten. Im Winter gabs einen Kaba, nur den Echten, von der Oma zubereitet, bloß keine Haut auf der Flüssigkeit, sonst war der Genuss komplett vernichtet und das getränk musste leider stehenbleiben.

Aus Langeweile essen kannte ich als Kind nicht, in meiner Familie ist es üblich, sich zum Essen an einen Tisch zusammenzusetzen. Auch beim Frühstück wenn möglich, zum Mittagessen sowieso und die schönste Mahlzeit des Tages für uns als Kinder: die Brotzeit. Klar mochte – besonders ich – nicht immer jeder alles, was da auf den Tisch kam. Aber zum Glück gabs am nächsten Tag eine Alternative. Und wir haben auch genascht, mal, mit Genuss. Aber nicht aus Langeweile, sondern eher als Ausnahme, Belohnung, zu besonderen Anlässen – eben einfach nicht unbedacht.

Hätte ich als Kind selber meinen Speiseplan bestimmen können? Hätte es unter Umständen über Jahre eine frische, resche Semmel (hochdeutsch Brötchen) und dazu eine Banane gegeben. Morgens, mittags, abends. Das war meine Leibspeise, die meine Familie zum Glück nicht täglich im Programm hatte … Oder meine vegetarisch-vegane Phase als etwas naiver Teenager: einfach wochenlang auf tierische noch sonstige Produkte verzichten, also eigentlich gar nichts essen. Nicht nachahmenswert, obwohl die Unwissenheit in meinem Fall zum Glück keine Krankheiten oder langfristigen Mangelerscheinungen ausgelöst hat: nach etwa zwei Monaten ist mir der Kreislauf weggeklappt, ich habe angefangen, wieder etwas zu essen und da war dann auch mal Fleisch, Ei, Milch oder Wurst dabei. In Maßen, und so halte ich das eigentlich bis heute.

Dass man Kindern, die sich falsch ernähren hilft, ist logisch, aber ich frage mich bei entsprechenden Berichten trotzdem, ob es nicht vielmehr eine Kombination sein muss, ein Coaching für das Kind, um es an eine vernünftige Ernährung heranzuführen, ein Coaching für die Eltern, die Familie, damit die vernünftige Ernährung im Umfeld des Kindes natürlich ist und gelebt wird. Und dass ein 10jähriger selbst einkaufen gehen muss, weil seine Familie ihm keine vernünftige Ernährungsumgebung bietet? Für mich irgendwie nur eine Teillösung.

3 Monate, 3 x erkältet?

Kann es sein, dass heute der 13. März ist – und ich in diesem Jahr zum 3. Mal erkältet und richtig doof krank bin? Mal kurz nachgerechnet:

  • ins neue Jahr gestartet bin ich mit knapp 14 Tagen Erkältung
  • dann war ich etwa eine Woche ok
  • weiter ging es mit den nächsten Erkältungserscheinungen, für so circa weitere 14 Tage (Kernzeit)
  • bis letzte Woche hab ich den Februar und März dann gut überstanden
  • seit Montag gehts wieder los, macht 3 Tage

Ich bin kein großes Mathematikgenie, aber es interessiert mich trotzdem, also:

insgesamt hat das Jahr schon 72 Tage, davon war ich mindestens 31 Tage krank …

Sehr schön, das ist ein Monat, aber noch nicht mal die Hälfte! Hab mich ganz umsonst gestresst, ist jetzt wirklich nicht soooo schlimm, wie gedacht. Gut, dass ich nachgerechnet habe.

Und mal aus Arbeitgebersicht: krankschreiben lassen hab ich mich 3 Tage – das ist kein schlechter Schnitt für die Chefs? Aber vielleicht auch schuld, dass es mich schon wieder erwischt hat!?!

Ach ja, wenn jemand gute Tipps hat, wie man eine Erkältung schnell los wird, ich habe mindestens 2 offene Ohren (und gerade so keine Lust, auf krank und schlapp und langsam und so weiter sein …) Genug gejammert 🙂

Auf nach Berlin

Und jährlich grüßt das Murmeltier: ich werde wohl nie verstehen, warum die Tage und Wochen vor einer Messe verfliegen, unzählige Überstunden und sogar Nachtschichten anstehen. Ist und bleibt stressig, seit mehr als 10 Jahren immer wieder verfliegen Januar und Februar, als wärs maximal ein Monat. Stress pur, manchmal weniger, meist mehr. Und dabei dreht sich doch dieser Tage in Berlin alles rund um Freizeit, Erholung, Entspannen, Ausspannen, Ferien, Urlaub – Reisen. Aber wie auch manchmal beim Urlaub: Vorbereiten ist dann doch manchmal anstrengend? Egal, die nächsten 3 Tage bin ich in Berlin. Allerdings nicht zum Sightseeing, von der Stadt werde ich wieder mal den wunderschönen Flughafen Tegel sehen – hatte ich mich nicht letztes Jahr in aller Ruhe und mit der angebrachten Würde verabschiedet? Auch egal. Dann die Fahrt in die Stadt zum Hotel – je nachdem, wie das Wetter und der Taxifahrer so sind kann das durchaus nette Ausblicke verschaffen. Vom Hotel zur Messe – da sind es immer eher die Eindrücke aus der U-Bahn, die so anders sind, als wir das aus unserem kleinstädtischen München gewöhnt sind.

Und dann gehts tief rein in die Messehallen, weite Wege, schlechte Luft, Menschenmassen. Und trotzdem: tief im Inneren freu ich mich. Ok, noch nicht jetzt gerade, aber wenn ich dann da bin, auf den altbekannten Wegen durch die Messehallen laufe, unterwegs sieht man die bekannten Gesichter, die ganze Messewelt ein Dorf. Spätestens wenn man die trifft, die man wirklich nur einmal im Jahr sieht, entweder weil sich so selten Berührungspunkte ergeben – oder weil es sonst ja ausreicht, sich eine Mail zu schicken, zu telefonieren … Langsam (ich hab noch einiges vorzubereiten, hab aber eben eine mentale Pause und ein Durchatmen gebraucht, dazu ist Blog-Schreiben einfach perfekt) beginne ich, mich zu freuen!

Morgen – sehr früh – gehts dann los. Und ich hoffe, dass es wie immer ist: kurzweilig, mit vielen netten Begegnungen. Und: Inspirationen. Denn das schöne an der bunten weiten Welt der Touristik ist genau das, was im Alltag manchmal auf der Strecke bleibt. Diese Lust, etwas Neues zu sehen, weit weg zu reisen oder endlich mal etwas kennenzulernen, was ganz in der Nähe ist, aber dadurch vielleicht bislang nicht so auf dem Radar. Am meisten freue ich mich darauf, am Freitag zwischen nur noch 2-3 Terminen durch die Hallen zu gehen und wirklich an den Ständen Bilder aufzunehmen, mit Menschen zu sprechen – udn dabei vielleicht die ein oder andere Idee mit nach Hause zu nehmen. ITB 2013, morgen komm ich, übermorgen hab ich noch einen übervollen Terminplan, aber am Freitag, da werd ich dich so richtig genießen!

Schon wieder Single, Herr Bachelor?

Über diese Schlagzeile auf bild.de musste ich heute morgen so schmunzeln, wie überraschend: schon wieder eine Staffel, in der zwei Herzen zueinander finden sollten, und schon wieder hat es nach der Sendung nicht für den Alltag gereicht … Aha! Damit schafft es das Thema dann auch auf Welt Online  …

In den letzten Wochen habe ich es geschafft, ein einziges Mal die aktuelle Staffel des Bachelor zu sehen, die erste Folge. Seitdem haben mich die wöchentlichen Schlagzeilen beinahe gespamt – ich war dementsprechend über alle Leiden und Unsicherheiten des männlichen Protagonisten, der sich zwischen einer Fülle von bezaubernden, nervigen, anstrengenden oder einfach richtig netten Mädels eintscheiden musste, bestens informiert. Neuerdings muss ich gestehen, dass ich ob all der Bauern, die eine Frau suchen, Schwiegertöchtern, nach denen im TV gefahndet wird, schwer verliebten Jungs und Mädels und dem leckeren Bachelor einen neuen Berufswunsch verspüre:

Ich will Drehbuchautorin werden – von genau solchen TV-Formaten. So einfach, so vorhersehbar, so spontan die Dialoge zu sein scheinen, ich glaube, dass es ganz große Kunst ist. Nehmen wir den Bachelor: jeder Frauentyp aus der Gruppe von 20 war nicht nur optisch unterschiedlich (auch wenn auf den Bildern ca. 10 schon sehr ähnlich auf den ersten Blick scheinen). Da gibt es die schüchterne, die burschikose, das Luder, die Mutter, …. das muss sich ja auch alles in unterschiedlichen Dialogen spiegeln. Geht nicht, einfach nur lauter Zicken mit Ellbogen zu skizzieren, nein, es braucht Charaktere, die sich in den Dialogen widerspiegeln, die auffallen, die spritzig sind, es vielleicht auch mal schaffen, eine Schlagzeile zu bekommen – das ist eine echte Herausforderung.

Wie beim liebevollen Rinderzüchter, dem einfühlsamen Schafzüchter oder dem einsamen Ackerbauern … Oder bei den Schwiegertöchtern, da waren einige Kandidatinnen dabei, die nicht mal vom Blatt ablesen konnten. Das ist echt eine Herausforderung für einen Drehbuchautoren, da eine Spannungskurve hinzubekommen? Also: ich werde mich jetzt bewerben, muss nur noch entscheiden, ob bei RTL oder Sat1, am besten gefällt mir ja eigentlich die österreichische Version von Bauer sucht Frau auf ATV …