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Berufstätige Tante, gefühlt Anfang 30 - leider nicht von Beruf Tante. Und deshalb "viel zu wenig" Zeit für meine mittlerweile 5 "Patenkinder". Ich denk mir oft: das müsstest du jetzt in einem Brief schreiben, das hätte ich gerne mit euch erlebt. Und es bleibt beim Vorsatz ... Ich habe mir vorgenommen, hier regelmäßig zu schreiben - wenn ich etwas erlebe, das wert ist, notiert und geteilt zu werden! Das ist die Idee - alles weitere ergibt sich.

Feiertag

Heute war Feiertag. Ob denen, die sich über den freien 1. November freuen (und motzen, wenn der freie Tag aufs Wochenende fällt) bewusst ist, wohin die Massen an Menschen auf Deutschlands Straßen an diesem Tag unterwegs sind? In meiner Familie wird Allerheiligen ganz katholisch begangen. Wir gehen in die Kirche, anschließend ans Familiengrab, gedenken gemeinsam den verstorbenen Familienmitgliedern. In der Generation meiner Eltern ist es vollkommen selbstverständlich, für die jährliche Fahrt ans Familiengrab auch große Strecken zurückzulegen. Merkt man übrigens auch, wenn man auf die vielen nicht ortsansässigen Autokennzeichen achtet, die über Land fahren.
Als Nebeneffekt treffen sich auf dem Land alte Freunde und Bekannte aus dem Dorf. Das hat manchmal ganz witzige Aspekte, wenn die Freude über das Wiedersehen die uns schon von Kindesbeinen anerzogene Was-Sich-In-Der-Kirche-Gehört-Etikette überwiegt. Und peinlich berührte Köpfe sich vollkommen unschicklich umdrehen, neugierig gaffen. Klar, jeder will sehen und gesehen werden… In meinem Heimatort gibt es ein paar amüsante Rituale, meiner Meinung nach zu meiner persönlichen Belustigung erfunden. Auch wenn die Protagonisten oft gar nicht merken, dass ich sie mitbekomme: zum Beispiel bemühen sich die Ministranten Jahr für Jahr, einen von ihnen mit einer Kerze anzuzünden. Obwohl die Mitwirkenden über die Jahre gewechselt haben und die Kleinen nachgerückt sind, das Spiel belustigt mich und meinen Bruder seit vielen Jahren. Dazu versuchen sich die geistlichen Herrn alljährlich an einer sinnvollen Predigt. Angesichts der Thematik des Sterbens und des Glaubens an die Auferstehung keine einfache Herausforderung. Der Pfarrer im Ruhestand von heute hat versucht, über Sicherheit in Zeiten wachsenden Terrorismus‘ in der Welt zu sprechen. In der Schulsprache hätte man mit einem ungenügend oder einer Themaverfehlung zurück auf seinen Sitzplatz geschickt.
Für mich gehört Allerheiligen seit meiner frühesten Kindheitserinnerung zum kirchlichen Jahr. In mein Elternhaus kam am 1. November eine große Schar Verwandtschaft. Dazu, und das ist denke ich eher ungewöhnlich, die Nachfahren der Flüchtlingsfamilien, die nach dem 2. Weltkrieg bei meinen Urgroßeltern untergebracht waren. Als Kinder haben wir diese zusätzlichen Besucher hoch geschätzt, brachten sie doch immer Schokolade für uns Kinder und alte Geschichten mit. Ihre Mutter bzw. Großmutter wurde in unserem Familiengrab begraben. Da außerdem eine der 3 Schwestern in den Nachbarort geheiratet hat nutzten 2 der Schwestern Allerheiligen für den Grabbesuch und das Wiedersehen mit der Schwester. Das sorgte dafür, dass unser Haus voll war, gutes Essen serviert wurde und der Erzählfluss nie versiegte.
Den Teil mit dem Gräberrundgang fand ich als Kind abwechselnd langweilig oder erschreckend. Ruhig stehen, beten, ernst bleiben, nicht zappeln, keine Fragen stellen, gähn …. In anderen Jahren waren frische Gräber, jemand war gerade erst gestorben. Und irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl, quasi direkt neben einem frisch begrabenen Toten zu stehen. Schon erwachsen wäre ich übrigens bei dem ganzen Gedränge beinahe ins frisch ausgehobene Familiengrab gefallen, in dem wenige Tage später meine Oma bestattet wurde. Ich hab laut gelacht und rundum musste der ein oder andere auch herzlich loslachen. Makaber, aber ganz bestimmt lustig.
Vor allem in meinen wilden Teenagertagen habe ich mich mit allen Vieren gegen Allerheiligen gesträubt, rebelliert gegen das katholische Müssen und gemotzt über das Nicht-Darüber-Diskutieren-Bereitsein meines Vaters. Heute mache ich es einfach, gehe zum offiziellen Totengedenktag, stehe in der Kirche, stehe am Grab. Und beobachte in Ruhe. Die Zeit lässt sich gut zum Nachdenken nutzen. Und ich genieße, dass auch heute noch ein Teil der Familie in meinem Elternhaus zusammenkommt. Es wird weniger. Insofern nehme ich die Geschichten mit, solange sie erzählt werden.

Das Ding mit der Gesundheit

Wenn wir gesund sind machen wir uns – leider – meist nicht so viele Gedanken. Uns geht’s ja gut. Wenn wir mal ein kleines Zipperlein haben? Ärgerlich, aber wird schon wieder. Erst wenn wir was verschleppt haben und die Heilung Zeit braucht, dann nervt uns das. Also mich zumindest. Ich hab mir zumindest fest vorgenommen diesem Ding mit der Gesundheit, um es näher zu spezifizieren mit MEINER Gesundheit, mehr Raum in meinem Leben einzuräumen. Um mir Schmerzen zu ersparen. Mal sehen, ob ich dazu eine To-Do-Liste erstellen muss. Oder ob es mir gelingt, auf meinen Körper und meine Seele zu hören.
Mein erster und wichtigster Vorsatz lautet zumindest runter vom Gas. Das hab ich in den letzten Tagen viel zu oft gehört. „Erwarten Sie von sich selbst nur das, was Sie auch von anderen erwarten können.“ Guter Rat, dass ich da nicht schon eher mal draufgekommen bin?

Musikalische Entdeckung des Tages

Ich höre Jupiter Jones seit mehreren Jahren, mag die rauchige Stimme, das markante Auftreten der Jungs, den echten Sound. Vor allem die Akkustikversionen sind ehrlich, schlicht, melodisch. Die Texte untermalen die Musik und umgekehrt. Hör ich gerne, deshalb auch mal wieder eine musikalische Empfehlung, die neue Single der Jungs heißt „Rennen und Stolpern“, hört selber rein: http://youtu.be/2zoBUdf3pAA

10 Fragen – meine 10 Antworten

Suse hat mich für eine Bloggeraktivität nominiert, die erste Einladung, mein „erstes Mal“. Ich bin etwas nervös, denn mir fällt fast tagtäglich auf, dass ich in dieser Bloggerwelt Neuling und absoluter Spätzünder bin. Insofern: ich werde mein Bestes geben. Und bin neugierig. Vor allem auf Suses Reaktion, denn ich möchte ja doch wissen, ob sie mich so eingeschätzt hat 😉

Wenn du eine 2. Chance hättest, würdest du etwas in deinem Leben ändern?
In der Praxis nein. Wenn ich über die Theorie nachdenke würde mir das ein oder andere einfallen, was ich gerne nicht gemacht hätte, weil es einen anderen Menschen verletzt hat, oder wo ich gerne bereits im Vorfeld gewusst hätte, was ich heute weiß. Aber ich habe aus allem in meinem Leben lernen können. Und deshalb bin ich auch sehr glücklich und zufrieden mit diesem meinem bisherigen Leben.

Wie oft meldest du dich bei deinen Eltern, ohne schlechtes Gewissen?
Oft und gerne. Ich mag meine Eltern, bin ihnen für vieles sehr dankbar – und habe zu beiden ein gutes Verhältnis. Da ich nicht weiß, wie lange ich sie noch in meinem Leben haben darf bin ich viel und gerne bei ihnen.

Erinnerst du dich an deine erste Single (oder LP) und was war es?
Es war eine klassische Aufnahme, unter anderem das Ave Maria, gesungen von der großartigen Callas.

Singst du laut wenn du alleine bist?
Klar, und ich summe eigentlich immer, auch wenn ich nicht alleine bin. Und es soll auch vorkommen, dass ich in einem Konzert bin und mitsinge, summe, laut …

Welches Buch liegt auf deinem Nachttisch?
Ausgelesen habe ich gerade eine Leihgabe meiner lieben Freundin Claudi, Vanessa Blumhagens „Jeden Tag wurde ich dicker und müder. Mein Leben mit Hashimoto“. Angelesen liegt seit einem Sonnentag im September Ken Follets „Sturz der Titanen“, leider habe ich den Anschlussroman schon vorher gelesen, und tue mich etwas schwer mit dem Weiterlesen. Ich weiß schon an vielen Stellen, wie es aus/weitergeht. Hm.

Bist du mit deinem Vornamen zufrieden?
Total. Kurz. Zwei Silben. Habe trotzdem in meinem Leben immer wieder charmante Abkürzungen dafür bekommen, aus Doris wurde Dörte (nach dem Schaf, das so gern röhrte), Dorle, Dosis oder nach dem Riesenerfolg des kleinen Clownfisches ein Dori.
Meine bezaubernde Nichte weiß übrigens ganz genau wie ich heiße, hat aber eine Coco aus mir gemacht 😉

Du hast frei und viel Zeit. Die Sonne scheint. Was tust du?
Ich bin draußen, von morgens bis abends. In der Natur. Garten. Badesee. Wald. Berge.

Du hast frei und viel Zeit. Es ist usselig. Was tust du?
Kommt drauf an. Ich kann mich gut einen Tag mit einem guten Buch, Zeitschriften oder auch guten Filmen auf die Couch legen. Für eine Season Sex and the City braucht man etwa einen halben Schmuddeltag. Manchmal zieh ich aber auch einfach Gummistiefel an und stapfe trotz Regen durch den Wald. Da ist es nämlich immer schön.

Käse, Eier, Milch, Speck, Tomaten. Mehr gibt dein Kühlschrank nicht her. Was machst du daraus?
Der Speck bleibt im Kühlschrank, aus dem Rest gibts ein Omelett mit oben drübergestreuten Tomatenminiwürfeln (Kerngehäuse wird rausgeschnitten) ein paar frische Kräuter vom Balkon – lecker!!!

Es schenkt dir jemand 1000 Euro. Wofür gibst du sie aus?
Jetzt gerade für einen Flug nach Brasilien. Um meine liebe Freundin Marina zu besuchen. Ganz allgemein für eine Reise, einen Urlaub. Hin und wieder auch mal für eine Autoreparatur oder um etwas zu ersetzen, was kaputtgegangen ist. Soll ja hin und wieder mal vorkommen …

So liebe Suse, was meinst du: hast du jetzt mehr und vor allem etwas Neues über mich erfahren?

Jetzt ist es an mir, Fragen zu stellen. Das fällt mir nicht leicht. Klar habe ich immer mal wieder Fragen im Kopf, aber die jetzt finden, bündeln, richtig und gut formulieren … Gut, genug gejammert, hier sind meine 10 Fragen:

1 … Wie lange dauert deine älteste Freundschaft und wo hast du diesen Freund kennengelernt?

2 … Bald ist Weihnachten: was war dein schönstes Geschenk zu Weihnachten in deiner Kindheit?

3 … Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – hast du eine liebste Jahreszeit? Und wenn ja warum?

4 … Wie gestaltest du deine Freizeit am liebsten und warum?

5 … Was zeichnet dich – und nur dich – in beruflicher Hinsicht aus?

6 … Was beschreibt dich und deinen Musikgeschmack am treffendsten?

7 … Der Tag hat 24 Stunden, was ist deine liebste Tageszeit und warum?

8 … Dein Freundeskreis: alle in deinem Alter? Oder querbeet von 0 bis 100? Woran liegt das?

9 … Lieber unauffällig angepasst oder extravagant auffallend? Warum?

10 … Bitte fertigschreiben: beim Bloggen habe ich …

Ich würde mir wünschen, dass einige von euch meine Fragen beantworten, da ich nicht so viel Erfahrung mit dem Nominieren habe lade ich euch alle, die ihr hier immer mal mitlest, ein, mit mir an diesem wunderbaren Tisch Platz zu nehmen, mit Blick auf den zauberhaften Bayerischen Wald im Herbstlicht

20131029-145952.jpgund mit mir zu plaudern. Wer mag, darf mein Bild auch gerne in seinen Blogbeitrag einbinden, wir bekommen bestimmt eine Tasse Milchkaffee und ein leckeres Stück Kuchen serviert.

So geht 10 Fragen, 10 Antworten:
Ich wurde getagt von Suse, die mich zum weitermachen eingeladen hat und deren Blog allemeineleidenschaften ich hier verlinke. Wer mehr über mich erfahren mag liest einfach mit, ich schreibe über kleine Beobachtungen und andere Dinge, die ich für Wert befinde, sie mitzuteilen. Vor allem meinen Patenkindern, die auf diesem Wege irgendwann mal einiges aus der Gedankenwelt ihrer Patentante nachlesen können. Ich habe Suses 10 Fragen zu beantworten und muss mir selbst 10 neue Fragen ausdenken. Die ich wie oben beschrieben an euch alle weitergebe. Viel Spaß damit.