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Berufstätige Tante, gefühlt Anfang 30 - leider nicht von Beruf Tante. Und deshalb "viel zu wenig" Zeit für meine mittlerweile 4 "Patenkinder". Ich denk mir oft: das müsstest du jetzt in einem Brief schreiben, das hätte ich gerne mit euch erlebt. Und es bleibt beim Vorsatz ... Ich habe mir vorgenommen, hier regelmäßig zu schreiben - wenn ich etwas erlebe, das wert ist, notiert und geteilt zu werden! Das ist die Idee - alles weitere ergibt sich.

Flugzeug am Start

Heute ist mir auf der Autobahn ein startendes Flugzeug „entgegengekommen“. War ein perfekter Moment. Das Flugzeug genau in meiner Sichtschneise, meine Geschwindigkeit war genau auf den Start abgepasst, das hatte so was weiches, fluffiges, als ob neben mir der Kameramann sitzt, der die Szene auf einen Film bannt. So ein startendes Flugzeug steht ja als Bild symbolisch fuer so vieles, fuer Sehnsucht nach der Ferne, Freiheit, Entdeckungen, aber auch fuer Mobilität, Flexibilität, Jobs überall, Einsätze an wechselnden Arbeitsstätten.

Und in meinem Kopf machte sich mal wieder pro und contra moderne Mobilität breit: in meinem Umfeld diskutiert Muenchen über die Notwendigkeit der dritten Startbahn. Das Strassennetz genügt unseren Ansprüchen noch lange nicht, ebensowenig Service und Qualität der Bahn. Wir wollen die ganze Welt sehen, reisen, Urlaub machen – und dabei umweltbewusst und energieschonend sein, fuer zukünftige Generationen mitdenken, …

Ist noch nicht mal 200 Jahre her, da war Mobilität eine Herausforderung. Reisen bedeutete umstaendlich und lange unterwegs zu sein. Und man konnte außer zu Fuss nicht überall hinkommen, da haben wir heute doch ein sehr anderes Anspruchsdenken? Ein Freund von mir war gestern 40 Minuten vom Flughafen in die Innenstadt unterwegs, S-Bahn, ganz schön lange? Ja, aber auch eine nette Strecke, wenn man sich die Zeit nimmt, den Ausblick zu genießen 😉

Und um noch mal auf mein startendes Flugzeug zurueckzukommen: ich finds immer toll, dem Flieger nachzuschauen und mir zu ueberlegen, wo er wohl landen wird, was es dort zu sehen gibt, was man unternehmen könnte, … Mein kleines Fernweh, mein kleines Kopfkino!

Kranksein

Wie kann es eigentlich sein, dass ich im Urlaub krank bin? Ich wehre mich noch nach Kräften, aber irgendwie hats mich dann jetzt wohl doch erwischt, so ein Mist. Draussen scheint die Sonne? Und ich lieg hier schlapp rum … Hab mir fest vorgenommen heute auf jeden Fall noch mal die schöne frische Winterluft zu genießen, und was man sich vornimmt? Genau!

Bei der Gelegenheit hab ich aber tatsächlich Zeit, mir Gedanken übers Kranksein als KInd zu machen, das war irgendwie anders? An richtig schlimme Krankheiten kann ich mich zum Glück nicht erinnern, nur einmal hatte ich mörderische Ohrenschmerzen, da musste der Arzt nach Hause kommen, so schlimm wars. Aber ansonsten wars mal ein schlechter Tag, danach durfte man meistens wieder aufstehen und spielen. Als Erwachsener ist Kranksein nicht meins, erstens, weils meistens nicht nur einen Tag dauert, zweitens weil es mir immer so langweilig ist. Fernsehen? Da werd ich noch kränker. Lesen? Klappt nicht. Schlafen – geht leider nicht immer …

Insofern: ich will lieber nicht Kranksein, deshalb leg ich mich jetzt kurz hin, danach solls mir gut gehen und dann will ich raus in die Sonne – gute Besserung an mich selbst!

Zu zweit Schneeräumen

Vor meinem Fenster räumen seit einer knappen Stunde zwei Männer Schnee – einer ohne Schippe und ohne Kraftaufwand, dafür mit einem kleinen Fahrzeug, vorne dran die Schaufel. Und er fährt eine Spur nach der anderen, sein Kollege muss die Haufen mit der Schaufel nach hinten verteilen, weil irgendwie ist zwar der Hauptweg frei, aber die Haufen sind alle im Weg. Die beiden reden nicht wirklich miteinander, der eine fährt und häuft auf, der andere schippt und machts wieder weg …

Ob da System drinsteckt? Arbeitsbeschaffungsmaßnahme?

Und trotzdem hab ich gerade die Erinnerungen an meine Kindheit: ich im dicken Schneeanzug, sehr gut eingemummelt mit Schal, Mütze und viel zu großen Handschuhen, Papas bester Mitarbeiter. Natürlich gabs für mich eine eigene Schaufel und ich hab wahrscheinlich ähnlich wie die beiden gerade im Hof nicht unbedingt koordiniert mitgeholfen. ABER ich habs geliebt, mein Vater hat die hohen Haufen aufgeworfen und ich hab auch etwas aus dem Weg geräumt. Vor lauter Anstrengung hatte ich bestimmt hochrote Backen (noch heute mein unverwechselbares Markenzeichen …) und bei so viel Anstrengung wars ganz schön warm. Nur bei uns war hinterher der Weg frei und die Haufen lagen ordentlich auf der Seite. Na ja, die beiden haben ja noch ein paar Stunden Zeit bis morgen früh 🙂