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Berufstätige Tante, gefühlt Anfang 30 - leider nicht von Beruf Tante. Und deshalb "viel zu wenig" Zeit für meine mittlerweile 4 "Patenkinder". Ich denk mir oft: das müsstest du jetzt in einem Brief schreiben, das hätte ich gerne mit euch erlebt. Und es bleibt beim Vorsatz ... Ich habe mir vorgenommen, hier regelmäßig zu schreiben - wenn ich etwas erlebe, das wert ist, notiert und geteilt zu werden! Das ist die Idee - alles weitere ergibt sich.

An Tagen wie diesen …

… wär ich gerne Teenager. Beschäftigt mit den wirklich wichtigen Dingen des Lebens: chaotisch in den Tag hineinleben, immer in den Falschen verliebt, ohne Ziele, das, was wirklich zählt, spielt sich definitiv außerhalb des Klassenzimmers ab. Hausaufgaben werden zähneknirschend erledigt, gelernt wird das Nötigste, mit 15 weiß man schließlich GANZ genau, dass man Latein und Physik nie wieder brauchen wird (also ich wusste das zumindest, und kleine Ausnahmen bestätigen ja nur die Regel). Was damals noch so alles wichtig war? Spielt heute zum Glück auch immer wieder mal eine Rolle, sonst wär das Leben als Erwachsener echt grauenhaft langweilig?

Schwelge grade in „Willkommen im Leben“, einer meiner Kult-Teenager-Serien aus den 90ern.

Kann man durchaus noch schauen, finde ich … 🙂

Brief an den Regen

Lieber Herr Regen,

Ich war die letzten Wochen ruhig, habe meine Klappe gehalten, nicht auch noch meine Meinung zu Ihrem Dauerbesuch geäußert. Bin Ihnen nicht auf die Nerven gegangen. Kann ja durchaus verstehen, dass Sie gerne mal etwas länger bei uns sind.

Sie tun sich nicht immer ganz leicht, es allen recht zumachen? Sind Sie zu wenig präsent schimpfen alle, sind sie zu viel präsent – auch. Aber Ihre neue Taktik, einfach immer da zu sein? Nicht die Lösung. Jetzt ist gut.

Es darf und muss langsam auch mal wieder Ihre nette Kollegin, die Frau Sonne, ran. Und damit Sie es wirklich allen recht machen: lassen Sie Ihr doch den ganzen Monat? Oder noch besser: den ganzen Sommer? Und vielleicht wechseln Sie sich mit ihr ab? Also zum Beispiel tagsüber und abends Frau Sonne? Und nachts für ein oder zwei Stunden Herr Regen? Könnte mir vorstellen, dass das auch die Kritiker zufriedenstellen würde!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, mit freundlichen Grüßen von mir, die ich langsam alle Schlechtwetterlisten abgearbeitet habe … außer den Dingen, auf die ich trotz Regen keine Lust habe

Besuchstag bei den Großeltern

Ich habe meine bezaubernde Nichte tatsächlich einen vollen Monat nicht gesehen. Zum letzten Mal an einem Tag mit Sonnenschein, dem 1. Mai, mit der bislang witzigsten Verabschiedung in unserer mittlerweile 2einhalbjährigen Geschichte: da ich einen Abend mit meiner Freundin Andrea geplant hatte und diese auf dem Weg nach Hause für Nichte und Schwester wohnt, haben wir an diesem wunderbaren Abend einen Konvoi mit 2 Autos gemacht. Ich vorneweg, mit mindestens einem Blick immer in den Besonderheiten der Umgebung und auffälligen Gesten, sobald links oder rechts Pferde, Kühe, Schafe oder sonstige „sehenswerte“ Dinge auftauchten. Meine Nichte im Kindersitz auf dem Beifahrersitz, von Abschiedsschmerz keine Spur, dafür glockenhelles Lachen und immer wieder „hinterher“ ….

Und dann der Termin heute, ein Wiedersehen am Regentag, meine Schwester hat sich im Urlaub einen üblen Hexenschuss eingeholt. Das Ziel war folglich, uns möglichst viel draußen aufzuhalten, mit Oma, Opa, Onkels – ohne die Mama. Was heute morgen tatsächlich für etwa eine Stunde geklappt hat, denn der Opa hat für seine Enkeltochter eine supertolle Schaukel gebaut, mit der sie im wahrsten Sinn des Wortes beinahe in den Himmel hinauf kommt. Ich hab heute einmal mehr ihren Mut bewundert, sie hat echt kein Schiss, im Gegenteil, sie hält sich dann einfach gut fest, schaut kurz verschreckt, aber spätestens, wenn sie wieder Blickkontakt hat lautet die einzige Bitte „mehr, schneller, wilder!“

Am Nachmittag hats teilweise so geschüttet, dass wir froh waren, dass es Nachmittagsschlaf und später die unendlichen Möglichkeiten eines alten Bauernhauses gab. Puh, meine Stadtwohnung wäre heute einem Gefängnis gleichgekommen. Ein großes Dankeschön auch an die beiden Hauskatzen, die uns immer in langweiligen Augenblicken gerettet haben. Und Duplo oder grosse Legosteine, mit denen man vom Turm über Häuser, Ställe oder Kirchen einfach alles bauen kann, sogar einen Zug. Nicht zu vergessen die Stühle, den Tisch, ein paar Decken und Kissen, alles was man für Verstecken braucht, wenn’s nach meiner Nichte geht.

Eben waren wir noch bei den Kühen im Stall, uns wurde die dankenswerte Aufgabe übertragen, das Jungvieh zu versorgen. Sie hat gearbeitet, ich aufgepasst. Wir waren beide so was von fleißig, die beiden Kälbchen bekommen wahrscheinlich eine Kolik, so gut sind sie gefüttert worden. Und: heute ist Fräulein V. ohne jede Scheu herumgewuselt, sogar hinter den grossen Kühen lang. Normalerweise ist sie im Stall klein mit Hut, will getragen werden, hat ordentlich Respekt. Ja, ich finde, in den letzten 4 Wochen hat sie einen ordentlichen Wachstumsschub gemacht. Das geht so schnell…