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Berufstätige Tante, gefühlt Anfang 30 - leider nicht von Beruf Tante. Und deshalb "viel zu wenig" Zeit für meine mittlerweile 5 "Patenkinder". Ich denk mir oft: das müsstest du jetzt in einem Brief schreiben, das hätte ich gerne mit euch erlebt. Und es bleibt beim Vorsatz ... Ich habe mir vorgenommen, hier regelmäßig zu schreiben - wenn ich etwas erlebe, das wert ist, notiert und geteilt zu werden! Das ist die Idee - alles weitere ergibt sich.

Momentaufnahme #11

Da ich in den letzten Tagen schlicht weder zum Denken geschweige denn zum Schreiben gekommen bin, weil so viel feierndes Leben um mich war – mehr schreib ich dazu jetzt einfach mal nicht – gibt’s heute eine späte Reflektion zur 11. Frage in den Momentaufnahmen von aequitas et veritas, die da lautet: sagst du anderen die Wahrheit oder wahrst du lieber den Frieden?

Da gibt es die Diplomatin in mir, die vor allem im beruflichen Umfeld durchaus die Fakten auf den Tisch bringt, aber fair. Ich sage also nicht: die Kollegin ist faul, erledigt ihre Aufgaben nicht und bereitet dadurch anderen Mehrarbeit. Obwohl das wahr ist. Sondern ich formuliere es als „mache mir Sorgen um das Projekt, irgendwie ist da der Wurm drin – wir müssen dringend schauen, wo die Probleme liegen und jetzt fokussiert daran arbeiten.“ Das ist jetzt nur eines von vielen Beispielen, aktuell eben. Ich vermute, ich definiere mich immer nur als ein Teil des Ganzen? Teamorientiert eben. Meine Diplomatie wurde zumindest sogar schon von Vorgesetzten zur Hilfe genommen, die mit dieser Gabe nicht so gesegnet sind.

Im engsten Kreis mit Familie und Freunden bin ich meist auch so – aber hin und wieder auch gnadenlos ehrlich. Oder ich bleibe, aus Rücksicht oder Ohnmacht, sprachlos. Das wechselt, je nach Situation, betroffenen Personen und Hintergrund. Hier verhalte ich mich nicht immer diplomatisch, versuche es aber … um des lieben Friedens willen.

Und dann gibt’s die Situationen, in denen ich einfach nur ehrlich sein kann. Das passiert mir oft in einem Umfeld, das ich eher beobachte, als Teil davon zu sein. Und die Beobachtung wird zur Wahrheit. Die aus mir raussprudelt. Das ist mir vor allem in meinen ersten Berufsjahren häufig passiert, wenn man in zwar beruflich bedingten, aber eher in privat anmutende, weil nette Situationen, kommt. Oder mein langjähriger Studentenjob im Service an der Kneipentheke. Da waren zahlreiche Fettnäpfchen auf meinem Weg und ich hab nur wenige ausgelassen 😉

Spruch zum Wochenende: Zeit

„Zeit ist eines der wenigen Güter, welches völlig gerecht an jeden Menschen verteilt wurde. Wir alle verfügen tagtäglich über gleich viel Zeit. Lasst uns dieses wertvolle Gut so gut wie möglich nutzen.“ (Peter Beer)

Tantenbeobachtungen

Als Tante darf ich auch mal meine Beobachtungen notieren, was so das Mit- oder manchmal eher Gegeneinander der bezaubernden Nichten anbetrifft. Generell ist die große Schwester das immer gern, solange alles nach ihrer Pfeife tanzt. Wenn das nicht so ist findet sie alles, und zwar ALLES alles, total doof. Fies wie ich bin erwähne ich in solchen Momenten dann gerne, dass sie genau das immer sein wollte und in ihren langweiligen Einzelkindjahren tatsächlich vielfach gebettelt hat, endlich große Schwester sein zu dürfen …

Die kleinere Schwester dagegen wär am liebsten groß. Sie will immer mit, immer dabei sein, immer alles können, was die Große kann und und und. Nur wenn sie dann was ausgefressen hat, dann sind die anderen schuld. Vor allem die große Schwester. Die wird übrigens auch oft zu sehr geärgert, sitzt im Weg, hat etwas, was die Kleine „jetzt sofort“ braucht und und und …

Meine Kurzzusammenfassung lautet: theoretisch lieben sie sich sehr und das Leben wäre um vieles weniger lebenswert, hätten sie sich nicht. In der Praxis ist das aber alles gar nicht so einfach miteinander – und deshalb können wir nur hoffen, dass das Raufen, Zicken und Hauen auch weiterhin glimpflich verläuft und keiner bleibende Schäden davonträgt. Vor allem, da sich 3.0 mit großen Schritten aufmacht, ins Nichten-Chaos-Team einzusteigen … hm.

Und so oft sehe ich mich große Schwester, die ich auch immer vernünftig sein musste, Verantwortung für die nervigen Kleineren übernehmen und nie, also wirklich nie nie nicht, das machen durfte, was ich wollte. Wie gut versteh ich in diesen Momenten die Wut der bezaubernden Nichte. Und das Verhalten von 2.0 hilft, rückblickend auch das schier grenzenlose „Ich will alles mit dir machen“ meiner Geschwister zu verstehen. Vor allem meine nervige kleine Schwester, die sich nie abschütteln lies … aka Mutter der bezaubernden Nichten. Wir haben es überlebt, ich hoffe, das schafft diese Generation auch.