Das mit dem „die anderen sind schuld“


Manchmal muss ich mir was von der Seele schreiben, weil es mich sonst zerreißt. Alle, die das nicht lesen wollen: jetzt wäre der Punkt, an dem ihr aussteigen solltet. Ich bin nämlich „mütend“:

Es ist also so, dass die Schuldfrage durch genudelt wird. Am einfachsten ist es, wenn „die“ schuld sind. An allem. Ich muss gestehen, dass ich ganz froh bin, dass es immer noch den Anschein macht, als ob da ein (ganz kleiner) Kreis von Regierenden einfach nur die Gemeinschaft bzw. die Grundlage für eine gesunde Zukunft von möglichst vielen im Blick zu haben scheint. Also rechtzeitig Maßnahmen anmahnt, die wirken könnten. Die dann eigentlich zunächst mal klar und deutlich beschlossen werden und eigentlich für jeden Bürger in diesem Land gelten. Aber das muss ich ja dankenswerter Weise gar nicht thematisieren –

denn JETZT geht es an diejenigen, die das umsetzen. Oder besser interpretieren. Weil dann ja die Länderchefs – mit wenigen Ausnahmen – und in der Kaskade von da an alle gar nicht mehr so umsetzen, wie es vorher beschlossen und kommuniziert wurde. Hm. Zum Glück melden sich an dieser Stelle alle möglichen zu Wort. Ob sie etwas zu sagen haben oder nicht? Ob sie zu einer Klarheit beitragen können oder nicht? IST nicht wichtig. Auf alle Fälle sagt JEDER was – und am liebsten sucht jeder einen Schuldigen. Am leichtesten ist es scheinbar, die SCHULD denjenigen zu geben, die vorher immer warnend und mahnend waren. Und das auch auf öffentlichen Druck hin bleiben.

Aus all diesen Reihen derjenigen, die also einen Schuldigen suchen, habe ich interessanterweise kein einziges Mal – weder bei denen, die augfrund ihrer Position als Vorsitzender, Sprecher oder Verantwortlicher eines Verbandes, Unternehmens, einer Gruppierung … noch bei all denen, die selbsternannte Experten auf jedwedem Gebiet, also auch auf dem der Pandemie – einen „echten“ Vorschlag, eine Empfehlung, über die man man nachdenken sollte, oder vielleicht sogar was Soziales mitbekommen. Statt dessen wird draufgehauen. Die Entscheidung ist schuld. Welche auch immer.

Darauf stürzen sich dann ein paar Medienhäuser, die ich aktuell nicht mehr anders als Propaganda-Maschinerie bezeichnen möchte. Ganz üble Meinungsmache. Ganz übel in eine populistische Richtung steuern … selber? Nur mit dem Zeigefinger auf andere deuten. Richtig gern Schuldige suchen, vor allem andere. Nein, halt, die eine. Die sie auch ganz klar benennen. Die ist schuld.

Und sonst so? Richtig, da war ja was. Also, eigentlich geht der ursprüngliche Beschluss ja jeden an – aber: wenn DIE sich nicht dran halten, warum sollte ICH? Und kontrollieren werden die schon nicht – also nix wie los. Vorsatz: Leben. Menschen treffen. Feiern. Viele. Massen. Demonstrieren. Polonaise tanzen. Wir sind so toll. Ihr anderen seid so dumm … Pillepalle, wird ja gar nicht jeder, der positiv getestet wird, krank. DIE lügen uns alle an. Und sterben tut auch kaum mehr einer. Was soll das ganze überhaupt noch. Ende dieser Scheißpandemie (die eh gar nicht exisitiert, weil sie ja nur eine Erfindung von irgendwem ist, der mir ganz persönlich meine Freiheit nehmen will, mich knechten und unterdrücken!), ich will mein Leben zurück …

So. Ein bisschen abgeschweift ins Schwurbelland. Zurück zu mir Schlafschaf, die jetzt mal eine Frage in den Raum wirft: gab ja schon ein paar Mal den netten Vorschlag, dass alle, die nicht dran glauben, eine Erklärung unterschreiben sollen, dass sie im Falle einer Infektion/Erkrankung auf eine Behandlung verzichten. Ich beobachte, dass das für jeden Erkrankten, also auch für Unfallopfer oder mit anderen Erkrankungen zu behandelnde Patienten, gar nicht mehr lang zur Wahl stehen wird, denn wenn das alles so missachtend und wenig wertschätzend weitergeht, gibts bald kaum mehr Mitarbeiter in der Pflege … damit erledigt sich dann tatsächlich das ein oder andere Problem von selbst. Fraglich, ob da auch jedem klar ist, dass das mit der Schuldfrage nicht so eindeutig zu klären ist …

Auslöser 1 für diesen Beitrag – ich habe auf welt.de einen Artikel gelesen, der mich sehr unruhig zurückgelassen hat, denn sonst sag ich immer: wir haben nach 12 Monaten noch keine verlässlichen Statistiken oder Zahlen. Wenn ich das lese wird mir leider anders – wenn ich einen Wunsch frei hätte? Würd ich mir wünschen, dass alle mal zurückkehren zur Einstellung von vor gerade mal einem Jahr: zusammenhalten, mit einander schaffen wird das. #flattenthecurve

Auslöser 2: Hab irgendwo den Begriff „mütend“ gelesen und interpretiere es mal als: müde vom wütend sein. Für mich. Und weil ich mütend bin hab ich mir fest vorgenommen, hier nicht mehr darüber zu schreiben. Meine Devise ab sofort: #schoenesgegendoofes. Punkt.

Wer bis hierher durchgehalten hat: bitte haltet auch ihr es so, ich brauch grad besonders viel Schönes gegen Doofes …

8 Kommentare zu „Das mit dem „die anderen sind schuld““

  1. Du hast so recht… Die ganze Berichterstattung, diese ständigen Demonstrationen und bla… das kann einen nur mütend machen. Wobei ich mittlerweile überwiegend müde über das ganze Thema bin.
    Hinterher ist es immer so viel einfacher einen Schuldigen für etwas zu suchen, was nicht rund lief. Aber Hauptsache mal meckern. Am Ende sind wir auch bei diesem Thema unserer eigener Glücke Schmied – wer sich schützt und seine Kontakte einschränkt, wird am Ende hoffentlich heil aus der Sache rausgehen… und der demonstrierende oder in den Urlaub-reisende, partyfeiernde Rest, der ist mir mittlerweile ehrlich gesagt reichlich egal.

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