Müde


Ich find den Begriff „Corona-müde“ schon SEHR zwei- bzw. vieldeutig. Dummerweise leiden nämlich all diejenigen im Bekanntenkreis, die im Frühjahr an Corona erkrankt sind, tatsächlich an einer ständigen, bleiernen Müdigkeit. Insofern ist die Formulierung für alle anderen, die das für sich in Anspruch nehmen, sich „Normalität“ zurück wünschen, ein bisschen oder besser fast schon auf skurrile Weise absurd …

Ein Gedanke, der mich gerade wirklich beschäftigt: Ja, die Politik versucht, auch diejenigen, die sich eben nicht an die sehr einfachen Regeln halten, irgendwie dazu zu bringen, andere nicht zu gefährden. Aber doch genau deshalb, weil sich, wie gerade geschrieben, einige nicht an die sehr einfachen und – zumindest mir so erscheinenden – Regeln halten: AHA+ L(+A) :

  • Abstand einhalten
  • Hygiene ernst nehmen (also Händewaschen gilt übrigens immer noch als recht probates Mittel – ich mein ja nur)
  • Alltagsmaske tragen
  • jetzt im Herbst/Winter wurde um regelmäßiges Lüften ergänzt
  • die Corona-Warn-App nutzen

Und ich bedanke mich hiermit bei allen, die sich wie ich daran halten.

Dummerweise erlebe ich gerade bei gar nicht mehr so wenigen Menschen in meinem Umfeld regelrecht asoziales Verhalten. Das geht von eigenen oder geteilten Hassreden in den sozialen Netzwerken über „Ich lasse mir nicht verbieten, zu feiern – wann, wie oft und mit wem ich will“ bis zu direkten, persönlich-verletztenden Angriffen auf „euch dumme Schlafschafe“, dass ich von meiner Anspannung diesen Verhaltensweisen gegenüber (und dem hoffentlich unmittelbar folgenden Entfreunden …) müde werde …

4 Kommentare zu „Müde“

  1. Mich macht diese Dauerberieselung von GegnerInnen und Corona-LeugnerInnen mittlerweile auch so unendlich müde. Und traurig. Vor einer Weile habe ich nach fruchtlosen Diskussionen und einer unschönen Auseinandersetzungen eine langjährige Freundschaft beenden müssen…

    Gefällt 3 Personen

  2. Das macht mich sehr traurig, von Deutschland diese Dinge zu lesen. Habe wie hier auch schon auf anderen Blogs gelesen, wie Freundschaften daran kaputtgehen, weil so viele diesen „Gegnern“ auf den Leim gehen.
    Wer jetzt wild feiern möchte, ohne Rücksicht auf Verluste, der soll wissen, dass er dann womöglich auf eine Beisetzungsfeier verzichten muss. Wie bei uns in der Lombardei im Frühjahr geschehen, da gab es in den schlimmsten Wochen keine feierlichen Beerdigungen. Warum begreifen manche Menschen bestimmte Tatsachen erst, wenn sie sie im eigenen Familienkreis erfahren? Ich wünschte, es wäre anders.
    Liebe Grüße aus Norditalien!

    Gefällt 2 Personen

  3. Ich stimmt Dir da voll und ganz zu!

    Ich fahre täglich mit der S-Bahn zur Arbeit, Was ich da teilweise an nicht Einhaltung einfachen Form der AHA (Abstand, Alltagsmaske) sehe, macht mich sprachlos.
    Und weil so viele Leute auf die Jugend schimpft: In meinem Fall sind es überwiegend so End-40er, Anfang-bis-End-50er und dazu überwiegend männlich…Sehr sehr traurig.

    Gefällt 1 Person

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