Vorurteile, Hass und Hetze


In diesen „Zeiten“ wünsche ich mir sehr oft nicht nur weniger Gleichgültigkeit, weniger, Hass, weniger Hetze – weniger Vorurteile. Weniger „Verurteilung“ ..

Nein, ich wünsche mir mehr Miteinander, normalen Umgang. Von allen Seiten. Ich möchte weniger von Pack, Gesindel und „ihr seid die Dummen, wir die Guten“ lesen. Aus allen Richtungen.

Ich kann Ängste durchaus verstehen, aber nicht, wenn sie bewusst geschürt werden. Vielmehr wünsche ich mir, dass wieder mehr miteinander geredet bzw.. kommuniziert wird. Ruhig. So dass Argumente eine Chance haben, gehört zu werden.

Ich bin mit dem anonymen aufeinander einprügeln im Netz, mit dem sich gegenseitig „anschreien“ nicht einverstanden. Ich wünsche mir, dass Lügen aufgedeckt werden, aber nicht, indem diejenigen, die sie ohne Recherche weiterverbreiten, wütend und voller Hass beschimpft werden …

Geht das? Ich hoffe es.

Für die Politik, die kleine wie die große, wünsch ich mir übrigens auch was: Orientierung. Inhalt. Umsetzen. Vielleicht klappt auch das miteinander statt gegeneinander. Punkt.

7 Kommentare zu „Vorurteile, Hass und Hetze“

  1. Wer Fake News, Lügen und Verschwörungstheorien verbreitet, hat das Blut der Opfer rechtsextremen Terrors mit an seinen Händen. Da fällt mir der Wille zum höflichen und respektvollen Umgang verdammt schwer.

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      1. Ich gehe einmal wöchentlich zur Münchner Tafel. Schon nach kurzem musste ich zu meinem großen Entsetzen feststellen, dass der Großteil der Deutschen, die dort zu Gast sind, bis ins Mark fremdenfeindlich gesinnt sind. Sie missgönnen den Tafelgästen mit Migrationshintergrund jedes Lebensmittel, dass sie zugeteilt bekommen, und verbreiten Woche für Woche Lügen: Dass die Ehrenamtlichen die Migranten bevorzugen würden, dass diese Leute die HelferInnen beschwindeln würden, was die Zahl der Familienmitglieder anbelangt (was gar nicht möglich ist, da jeder Tafelgast samt Anhang registriert ist), dass sie die erhaltenen Lebensmittelspenden wegwerfen würden etc. Da wird gezischelt und getuschelt, dass dieses Pack sich zurück in die Heimat scheren soll, anstatt es sich auf Kosten der Deutschen gut gehen zu lassen und die Sozialsysteme zu plündern. Dass das alles nur Wirtschaftsflüchtlinge sind, die zu uns gekommen sind, weil sie zu faul zum arbeiten sind. Ich habe ein dreiviertel Jahr mein Bestes gegeben, ruhig und vernünftig und mit guten Argumentenmit den Deutschen, die diese verlogenen Gehässigkeiten verbreiten, zu reden. Ohne auch nur den geringsten Erfolg zu erreichen – außer, dass mittlerweile von diesen Menschen kaum noch jemand mit mir spricht.
        Ich habe zwei braun eingefärbte „BesorgtbürgerInnen“ in der engeren Verwandtschaft. Sie teilen nicht nur ohne auch nur einen Augenblick zu hinterfragen jegliche rassistisch, verhetzend und verleumdend eingefärbte Fake-News, und sind glühende Anhänger jeder Verschwörungstheorie, mag diese auch noch so an den Haaren herbei gezogen sein – die von der großen jüdisch-amerikanischen Weltverschwörung wird von ihnen besonders favorisiert – nein, eine von den Zweien setzt auch noch alles daran, mich bei einem anderen engen Familienmitglied anzuschwärzen.
        Nur Minuten (!!!), nachdem der Anschlag von Hanau publik gemacht wurde, erschien auf dem FB-Account einer AfD-Gruppe in Norddeutschland ein Post, indem behauptet wurde, das sei jetzt das blutige Ergebnis von Multikulti, und wieder hätte einer von diesem islamistischen Gesindel brave, aufrechte Biodeutsche dahingemetzelt. Was ich seitdem an die Haare sträubenden Kommentaren von „Aufrecht-“ und „Biodeutschen“, „BesorgtbürgernInnen“, AfD-Mitgliedern und -Anhängern – „Ich würde ja niemalsnienicht die AfD wählen, aber…!“ – in den sogenannten „Sozialen“ Netzwerken gelesen habe, hat mir vor Entsetzen und Abscheu das Blut in den Adern gefrieren lassen.
        Ich versuche oft, mit einem Augenzwinkern und zumindest einer rudimentären Höflichkeit dagegen zu halten. Aber ich bin immer mehr der festen Überzeugung, dass man mit Verständnis, Respekt, guten Argumenten und Höflichkeit bei diesen Menschen keinen Erfolg hat. Im Gegenteil. In all den Jahren, in denen ich nun gegen rechtes Gedankengut und braun gefärbte Überzeugungen anzugehen versuche, habe ich mir ein gerüttelt Maß an unflätigen, dummdreisten Beschimpfungen und Bedrohungen eingehandelt, sogar zwei Morddrohungen, sowie einen Steckbrief von mir, der eine Weile im WWW kursierte, mit dem Inhalt, dass jedem, der mich um die Ecke bringen würde, eine satte Belohnung versprochen wurde.

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      2. … und trotzdem bin ich überzeugt, dass du geschafft hast, an diesen falschen Überzeugungen Zweifel zu säen. Nicht bei jedem, aber bei dem einen oder dem anderen? Ich weiß, wie überzeugend und fundiert du sprichst.
        Seufz 😔
        PS: Den Steckbrief musst du mir mal persönlich zeigen? Krass!

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      3. Den Steckbrief habe ich vor einigen Jahren gelöscht, aus Zorn, weil ich einen Brief von der Staatsanwaltschaft Bayern erhalten hatte, dass das Stafverfahren braunversiffte Troll, der mir und etlichen anderen BloggernInnen seit fast zehn Jahren ungemein auf den Senkel geht, eingestellt wurde, weil der Typ in Japan lebt, und rechtsextremes Gedankengut dort nicht verboten ist. Dieses Wesen – Mensch möchte ich es nicht nennen – hat so manche liebe MitbloggerInnen mit seinen furchtbaren Kommentaren dermaßen eingeschüchtert, dass sie das Bloggen entweder aufgegeben haben oder sich mittlerweile nur mehr in einem geschützten Blog zu äußern wagen. Bundesweit haben mindestens ein halbes Dutzend MitbloggerInnen diesen Troll angezeigt – und wie bei mir wurden sämtliche Verfahren eingestellt. Auch die wegen Urheberrechtsverletzung, denn der Kerl hat sich Gravatare und private Aufnahmen kopiert, und seinen perversen, menschenverachtenden, rassistischen, extrem braunversifften Mist unter den jeweiligen Blognamen verbreitet…
        Ich bin keineswegs dafür, Hass mit Hass zu vergelten, und kann trotz allem meinen Zorn noch gut zügeln. Aber so kann das im Internet, vor allem in den (A)Sozialen Netzwerken nicht mehr weitergehen. Ich bin voll und ganz der Überzeugung, dass der Staat jetzt endlich einschreiten muss. Und zwar mit einer Klarnamen- und Adressenpflicht im WWW, zumindest bei FB, Whatsapp und Twitter und Co. Das würde, so finde ich, die zur Zeit ungebremste Wucht der Flut an Hasskommentaren erheblich einschränken. Und es würde den unzähligen Äußerungen, die aus sogenannten Troll-Fabriken stammen, einen Riegel vorschieben.

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