Hundstage [*.txt]


An Hundstagen – nach sowieso kaum Schlaf viel zu früh geweckt von einer Schwalbe, die durch weit offene Fenster laut schreiend mitten durchs endlich morgenfrische Zimmer gleitet.

Kälber beobachtet, die bei dieser Hitze im Schweinsgalopp zurück in ihren schattenspenden Unterstand rennen dürfen. Neid, auf dieses Leben aus Fressen, Saufen, Schlafen.

Die Katze hechelt, einem Tiger in der Steppe gleich, mit hängender Zunge. Dabei lässt sie ihr Opfer keinen Sekunde aus den Augen.

Quietsch, die Maus fliegt noch einmal in einem Purzelbaum durch die Luft. Dann wird sie bei lebendigem Leib gefressen.

Den Hund jagt keiner hinter dem Ofen hervor. Auch sonst kaum Bewegung im Stall, sogar die Hühner halten den Schnabel und scharren Schattenlöcher.

Nur in der Luft, da gleitet, surrt und brummt es, Schmetterlinge tanzen, Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen fliegen gegen die Hitze an.

Der Abend und die, wenn sie denn endlich lau wird, Nacht gehören den Stechern, Fliegen und Mücken, sie stürzen sich gierig nach Blut auf immer noch Schwitzende, egal ob Mensch oder Tier …

Und spätestens, wenns kühler und bitterkalt wird, vergessen wir die Viecherei – und sehnen uns nach „Wann wirds mal wieder richtig Sommer, ein Sommer, wie er früher einmal war?“


Schreiben – lesen – konTXTualisieren: das 7. Wort im kreativen Schreibprojekt Projekt.txt für 2018 lautet: Hundstage

2 Kommentare zu „Hundstage [*.txt]“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.