Probenzeit


Noch ein Woche warten? Nicht für mich. Heute Abend geht’s ins Mittelalter. Ich bin dabei, bei der Generalprobe für die Landshuter Hochzeit 2017. In diesem Jahr fiebere ich gefühlt etwas mehr hin, liegt wohl daran, dass es gefühlt vor 4 Jahren etwas zu kurz gekommen ist? Egal, in jedem Fall möchte ich heute gerne ein paar Worte verlieren über „das mit den Kostümen“. Ich lese nämlich immer mal wieder bitterböse Kommentare von Liebhabern des Mittelalters, wie enttäuscht sie sind, weil ihnen der Zutritt in Kostümen nicht gestattet wird. Ein Wort dazu:

Der Verein „Die Förderer“ hat das Fest als Tradition wiederbelebt. Mit teilweise sehr restriktiven Auflagen. Aber auch mit viel Liebe und fast schon akribischen Details achten die Mitwirkenden darauf, dass alles authentisch ist. Die Kostüme werden den Überlieferungen, Bildern usw. angepasst. Stoffe und Materialien entsprechen dem Gebrauch der Zeit. Ohne moderne Interpretation. Auch die Farben und Formen, Hüte, Hauben, Gürtel, Schmuck. Nichts wird dem Zufall überlassen, jede Gruppe unterliegt einer Vielzahl von Auflagen. Ebenso die Gruppen, wer neu mitmachen darf, was es alles an möglichen Rollen gibt … über die Landshuter Hochzeit 1475 wurde Buch geführt, mit Gästeliste, wo wer untergebracht war, was an Lebensmitteln gekauft wurde und so viel mehr.

Ich kann verstehen, dass Fans des Mittelalters in dieses Event, das alle 4 Jahre ganz Landshut verzaubert, eintauchen wollen. Für mich ist es gefühlt so authentisch, dass ich es hier spüren kann. Und das gerade, weil die 2.400 Mitwirkenden in ihren Kostümen so wunderbar lebendig sind, anders gehen, schreiten, in ihren Rollen aufgehen. Das kann man sehr genießen, ohne sich selber zu verkleiden.

Wem das keinen Spaß macht, wer selbst in eine Verkleidung schlüpfen, wer nicht beobachten, sondern mitmachen will? Der ist anderswo sicher besser aufgehoben. Kaum jemand wird mit seinem selbtgewählten Mittelalteroutfit schaffen, einem Originalkostüm, das von einem seit vielen Jahren bestehenden Team von spezialisierten Kostümbildnerinnen angefertigt wird, zu gleichen? Ich nehme mal das gern gewählte Bild vom Versuch eines nicht-Tracht-affinen Kostüms als Oktoberfestverkleidung, in dem jemand neben einer echten Tracht gerne auch mal ausgelacht wird und übertrage es. Vielleicht wird dann klar, worum es den Förderern geht?

Ich freu mich sehr, gleich die Kostüme 2017 bestaunen zu dürfen, noch viel mehr freu ich mich auf die Menschen, die es schaffen, ihrer Rolle Leben einzuhauchen. Die mich mit ins Mittelaler nehmen und mit allen Gästen und Besuchern vom 30. Juni bis 23. Juli ein fröhliches Fest feiern werden. Bekannte und noch unbekannte Gesichter

Himmel Landshut, tausend Landshut. Landshut Halllooooo.

8 Kommentare zu „Probenzeit“

  1. Ich habe schon von einer Arbeitskollegin in der Residenz gehört, dass die Teilnahmeregeln für die LaHo ausgesprochen streng sind. Als gebürtige Landshuterin hätte sie heuer wahnsinnig gerne mitgemacht, ist aber abgelehnt worden, weil ihre etwas über kinnlangen Haare zu kurz waren. 😉
    Ich wünsche viel Freude bei der Generalprobe! 🙂

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    1. Ausgesprochen streng, weil sich mehr bewerben, als Rollen da sind. Obwohl es ja mehr als 2.400 Mitwirkende gibt. Aber deshalb ist es gerade so besonders, weil auch f viele Details geachtet wird, die anderswo übersehen werden – Generalprobe war toll und ich freu mich schon sehr, mit dir in die Begeisterung einzutauchen – noch 4 Wochen, dann genießen wir zwei LaHo-Feeling 😉

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