Was bitteschön ist ein Veggie Fleischsalat?


Seit geraumer Zeit wundere ich mich, dass auf Speisekarten vegane halbe Enten oder vegane Braten stehen. Kürzlich sprang mich dann an der Kühltheke im Supermarkt ein Veggie Fleischsalat an. Auf der Seite ein großer grüner Aufdruck „fleisch-frei“. Dem folgte ein nettes Gespräch mit der Kassiererin, denn neugierig, wie ich bin, hab ich gefragt, wie denn die Nachfrage nach solchen Produkten sei. Schulterzucken. Eine Nicht-Antwort. Dann sehe ich in der Werbung die witzige Barbara, die einen Fleischer kosten lässt, und er fällt drauf rein … aha? Hm. Ich als Verbraucher soll also ein Produkt kaufen, das wie Fleischsalat schmeckt. Oder Geflügelsalat. Auch so heißt. Aber keiner ist. Wozu?

Irgendwie verstehe ich diese Form der „Fleischeslust“ nicht: Vegetarische Schinkenwurst? Vegane Leberwurst? Wenn ich mich für ein Leben als Vegetarier oder Veganer entscheide, dann doch nicht, weil ich gern Fleisch hätte. Sondern weil ich mich bewusst gegen einen Konsum von Fleischprodukten und so einiges mehr entscheide. „Schmeckt wie Fleisch, ist aber keins“, soll das vielleicht Fleischesser bekehren? Oder will da jemand auf einen Trend aufspringen ..? Vielleicht hat von euch jemand eine Idee oder Erklärung, so dass ich es verstehe?

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18 Kommentare zu “Was bitteschön ist ein Veggie Fleischsalat?”

  1. das frage ich mich auch. wenn ich kein Fleisch essse, brauche ich auch nichts was angeblich nach Fleisch schmeckt.

    1. Vollstes Verständnis, was du schreibst. Gleicher Gedanke, wenn mal wieder Rügenwalder-Vegan-Wurst im Fernsehen läuft. Irgendwie paradox. Und das sage ich als Fleischesser.

  2. Dann lieber ehrlich sein und ab und zu Fleisch essen. Bio wenn’s geht und Du weißt woher es kommt. Ich schätze, dass Hohmann & Co Angst haben, dass ihnen der Markt wegbricht bzw. ihnen eine weitere Sparte Einnahmen bringt.

    1. Hm, aber warum dann das Kind „Fleischsalat“ nennen? Ist schon sehr unkreativ für eine Branche, der sonst so viel einfällt, von „wertvollen Cerealien“ über „Natur, die knusprig schmeckt“, oder die Zucker und Fett als „leicht“ bewerben 🙂

  3. Es gibt viele Menschen, die kein Fleisch essen wollen (warum auch immer) – aber den (ähnlichen!) Geschmack und bekannte Produkte weiterhin mögen. Und auch nicht darauf verzichten wollen.
    Nicht jeder vegetarisch essende Mensch ist Körnerfresser, Veganer, Öko – oder was auch immer.
    Er isst einfach nur kein Fleisch.

    Ich lebe seit Kindertagen ohne Fleisch – und liebe durchaus mal veg. „Fleisch“wurst aus dem Reformhaus, oder mal ne gebratene Sojawurst.
    Warum? Weils (mir) schmeckt.

    Was spricht dagegen?
    Warum Eure Ablehnung gegen geformtes fleischaussehensähnliches Zeug aus Soja, Weizen oder Ei? Warum „dürfen“ wir fleischlos lebenden Menschen nichts essen, was im Aussehen und Namen nach fleischähnlich ist?
    Ist sowas Euch Fleischessern vorbehalten?
    Störts Euch an dem Namen?
    Stört es Euch, dass Vegetarier mittlerweile ihre Sachen endlich auch im normalen Supermarkt zu halbwegs zivilen Preisen kaufen können?
    Habt Ihr Angst dass Ihr „ausversehen“ mal vegetarische Ersatzwurst kaufen könntet?

    Heisst vegetarisch für Euch automatisch asketisch Vollkornbrot mit Hüttenkäse und Tomate?
    Heisst vegetarisch für Euch automatisch vegan, bio, öko, vollkorn – und nur in erlesenen Bioläden kaufend?

    Und sicher – es gibt bestimmt einige Menschen, denen der (zeitweise?!) Fleischverzicht vielleicht auch leichter fällt, wenn sie ein „Sojaschnitzel“ oder Schnitzel „wie Fleisch“ essen, Essen können.
    Ist halt fast wie das alte gewohnte, aber eben nur fast.

    Nur – wo ist das Problem?

    Leben und Leben lassen…

    nicht verstehend,
    K.

    P.S.: Mir ist völlig latte ob jemand Fleisch Fisch Hähnchen oder Tofu isst. Ich kochte für meinen Mann auch Fleischgerichte. Ich esse sie nur nicht. Ich hab was gegen Missionare und „bekehrenwollende“ Fundamentalisten. Jeder Seite.

    1. Danke für die Erklärung, in meinem Fall kommt die Irritation tatsächlich durch die Namensgebung. Vegetarier oder Veganer im Umfeld konsumieren diese fertigen Produkte nicht, deshalb würde ich es schlicht gerne verstehen. Was mir nach deinen Worten zum Thema Gewohnheit schon besser gelingt. Danke dir und einen lieben Gruß, Doris

      1. Ich bin den ganzen Firmen sogar „dankbar“ dass ich endlich mehr Auswahl aufs Brot hab.
        Das Zeug aus dem Reformhaus ist sündhaft teuer, und vieles auch nicht mein Geschmack – und da ist z.B. der Belag von der Rügenwalder eine Alternative – bezahlbar, im normalen Laden kaufbar.

        Wobei ich zugeben muss – wenn eine fleischverarbeitende Firma nun auf einmal vegetarisches Zeug produziert werde ich schon skeptisch. Ich habe einige Bekannte „vorkosten“ lassen und habe erstmal gewartet ob da noch „was kommt“ im Sinne von „doch nicht vegetarisch“ oder „Skandal – vegetarische Nuggets enthalten Hähnchen“ *ggg*

        Und die Namen – der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und ich denke es soll wohl wirklich hauptsächlich die ansprechen, die „es wie bisher nur ohne Fleisch“ wollen. Die weiterhin ihr Schnitzel, ihren Burger oder ihre Bolognese haben wollen. Den „Otto-Normal-Verbraucher“ (was eine blöde Bezeichnung) halt.

        Wenn Du der Typ Konsument bist, der halt eh schon Wochenmarkt, Bioladen, Biometzger etc. zum Einkaufen nutzt wirst Du, falls Du vegetarisch lebst auch nicht unbedingt das Zeug aus einem normalen Einzelhandelsladen kaufen. Sondern auch aus einem Bioladen.
        Und Du „brauchst“ dann auch solche Bezeichnungen wie „Schnitzel wie Fleisch“ oder so nicht. Da tut es dann auch „Soja-Quinoa-Bratling“. Oder „aus Soja hergestellte Bratrolle“. (die waren immer superlecker, gab es zu Studentenzeiten aufgrund des Preises eher selten^^)

        Und – nicht überall gibt/gab es Reformhäuser und Bioläden, die vegetarische Belag/Bratprodukte führen. (Es gibt sogar Regionen in Deutschland ohne wirklichen ÖPNV, ohne anständiges Internet und mit schlechtem bis keinem Handyempfang.) Und für die Vegetarier da ist das wohl durchaus angenehm, wenn sie mal was vom Supermarkt um die Ecke bekommen ;o)

        Die „Anpassung“ der Bezeichnungen ist auch irgendwie ein Indiz, dass fleischlos Leben sozusagen in der Normalität angekommen ist. Dass Vegetarier eben keine körnerfressenden Ökopendanten (mehr?) sind…

        Wir* sind ganz normale Leute.
        Wir gehen zum Aldi, Lidl, rewe und was es sonst noch so gibt.
        Wir essen gerne leckere Dinge – nur eben ohne Fleisch.
        Wir sind nichts besonderes.
        Mehr.

        LG aus HH
        K.

        * Wir = meine Eltern, diverse Bekannte (vorher typische Fleischesser), ich – und ich behaupte: ganz ganz viele andere Nichtlfeischesser^^

      2. Dein Blickwinkel hilft mir echt ein ganzes Stück weiter. Persönlich stecke ich irgendwo dazwischen: ich versuche, Plastikverpackungen und Zusatzstoffe zu vermeiden, das gelingt mir auch zunehmend besser beim Einkauf im Supermarkt. Egal welcher. Und: ich mag gar nicht, wenn ich das Gefühl habe, dass mit Hilfe von Geschmacksverstärkern etwas künstlich imitiert wird – Gemüse schmeckt mir, da brauche ich keine Vorstellung von Wurst. Aber das bin nur ich, weniger intolerant, eher neugierig. Und das werd ich wohl immer bleiben, deshalb hilft mir deine Argumentation sehr weiter. Vielen Dank dafür und ich wünsch dir schon mal ein schönes Wochenende, liebe Grüße Doris

  4. Da wundere ich mich jetzt mal mit dir, liebe Doris, denn einen Sinn macht es für mich auch nicht *Punkt

    Natürlich kann ich verstehen, dass die ganzen großen Hersteller, Ersatzprodukte auf den Markt bringen, sie wollen ja Umsatz machen, aber die Namen geben mir Rätsel auf 😉
    Im Prinzip ist es mir aber *Wurscht, solange mich kein Vegetarier bekehren will und ich nicht noch mehr gehasst werde, weil ich Fleisch esse (oder rauche).

    Schönen Resttag noch und liebGruß,
    Uschi

    1. Ist bei mir ähnlich, wobei ich es ja nicht als bekehren verstehe: vegane oder vegetarische Gerichte schmecken mir – außer wenn Fenchel oder Stangensellerie dran ist – immer. Mich irritiert nur die Namensgebung. Die ich übrigens in meinem Umfeld so nicht erleben, da bleibt es bei Tofu, Soja usw. statt dass ich eine halbe vegane Ente vorgesetzt bekomme. Ganz liebe Grüße zu dir und bleib bitte genauso, wie du bist 🙂

      1. Danke Doris,
        mit meinen knapp 70 werde ich mich bestimmt auch nicht mehr ändern 😉
        Ich meinte mit dem *Bekehren auch nicht, dass ich was gegen vegane Ernährung habe, im Gegenteil, nur einfach, man soll mir nichts aufdrängen. Ich esse sehr viel Gemüse und Obst, mag alle Richtungen der Ernährung und Fleisch gibt es auch nicht täglich 😉

        LiebGruß,
        Uschi

  5. Sehr schön, das mit dem Veggie-Fleischsalat habe ich mich nämlich auch schon gefragt. Barbara scheint eine wirklich gute Gage für den Quatsch zu bekommen. Wir wissen doch alle, dass insbesondere die Wurst ihren Geschmack erst durch Zusätze wie Gewürze, Zucker und zum Teil industriell gefertigten Leckereien, erhält. Vermutlich ist es genau dieser Geschmack, den einige vermissen. Ich höre das z. B. von Kindern von Bekannten oder Arbeitskollegen, die sich vegetarisch ernähren. Ich bin da auch raus. Ich esse eh kaum Fleisch. Wenn, dann aber bewusst und nach Möglichkeit in guter Qualität.
    Überall dort, wo sich Geld verdienen lässt, springen gerne Produzenten ein. Für was auch immer 😉
    Liebe Grüße, Emily

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