Glück [*txt.]


Wenn es etwas gibt, das relativ ist, dann ist es „das“ Glück. Was für einen Glück bedeutet ist für einen anderen gar nicht sichtbar oder wahrnehmbar. Es gibt das ganz große kleine Glück – oder auch riesige Portionen vom Glück. Einzelne Glücksmomente oder einen Glückszustand. Es gibt erlebte Glücksgefühle oder Glücksaugenblicke, aber auch greifbare Glücksbringer oder Glückskekse. Profanes Glück, überschäumendes Glück, vermeintliches Glück, offensichtliches Glück … Es gibt Glücksforscher, Glücksrezepte, Glückstheorien, Glückstherapien, Glücksfaktoren, Glücksarchive … Und dann gibt es Menschen, die sich ein Glücksprojekt vornehmen, zum Beispiel täglich aufschreiben, was sie glücklich macht. Und das nach 365 Tagen lesen.

Wie oft im Leben wünscht man sich selbst oder einem anderen „Viel Glück!“ – meist vor Prüfungen, also wenn es um etwas geht.  Auffällig ist, dass es eine begriffliche Unterscheidung gibt: Glück haben oder Glück empfinden. Unterscheidet, denn etwas haben ist materiell,  das würde also bedeuten: ich besitze das Glück. Wie Geld. Für mich schwierig, ich bin eher ein Glücksempfinder, ich spüre es im Moment, bin glücklich, dass ich es erleben darf, weiß aber ganz genau, dass es mir nicht gehört. Aber ich freue mich sehr, dass es oft zu mir kommt, dieses Glück, und lade es hiermit ein, mich jederzeit gerne zu besuchen …

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Dieser Text ist Beitrag zu Dominiks [*txt.]-Projekt.

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14 Kommentare zu “Glück [*txt.]”

  1. Ich schicke dem Glück auch gerne eine schriftliche Einladung. 😉 Hätte nix dagegen, wenn es ganz oft zu mir käme. Aber was ist, wenn es da ist und ich es gar nicht bemerke? 🙂

    Ob haben oder empfinden … ja, wenn ich genau hinhöre, gibt es da einen feinen Unterschied … aber, wenn ich es empfinde, dann habe ich es doch irgendwie auch, das Glück, oder nicht? Aber besitzen kann ich es dennoch nicht. 😉

    Glückliche Grüße,
    Martina

    1. Schön geschrieben, und haben: ja, festhalten: nein. Und was es bringt, Glück zu haben, wenn man es gar nicht mitbekommt? Ui, die Frage gebe ich gerne in die Runde – weil es mir unverständlich ist, wie jemand es gar nicht mitbekommen sollte …? Glückliche Grüße zu dir

  2. Der Gernstl war mal mit der Kamera in Bayern unterwegs und hat alle möglichen Menschen gefragt: „was bedeutet Glück für dich?“ Geblieben ist mir ein Bauer auf dem Misthaufen mit der Mistgabel in der Hand. Er sagte: „für mich ist Glück Zufriedenheit“. Für mich auch, und Glück braucht man manchmal auf der Suche nach einem Parkplatz oder wie jetzt, ist mein neuer Reisepass gerade noch rechtzeitig eingetroffen für meine Reisebuchung. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten des Glücks…in jedem Moment.

    1. Ich glaube, die Szene war eine der Einspielungen bei der ARD-Themenwoche über das Glück vor ein paar Jahren, zumindest klingelt es in meiner Erinnerung – und wie Recht du hast: ein Parkplatz, wenn ich einen suche, oder ein dringend notwendiges Schriftstück, das rechtzeitig eintrifft, macht mich auch sehr glücklich 🙂

  3. Glück kann man nicht besitzen, es ist da, vielleicht für eine Weile, vielleicht auch nur für einen kurzen Moment – und dann rinnt es zwischen den Fingern durch wie feiner Sand – und löst sich auf ins Nichts. Aber es hat süchtig gemacht, und so sucht und wartet man voller Sehnsucht auf das nächste Quäntchen Glück… 😉
    Liebe Grüße!

  4. …für mich ist Glück, wenn mein Blick auf etwas fällt und meine Gedanken anregt und sei es nur ein kleiner Staubflus, der vor meiner Nase schwebt, und mich in der Nase kitzelt….

    Herzliche Grüße… Luiserl

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