Spruch zum Wochenende: Hundert kleine Freuden


„Hundert kleine Freuden sind tausendmal mehr wert als eine große.“ (Johannes Kepler)

Die letzten Tage beherzige ich bewusst den Vorsatz, gewohnte Umgebungen mit Zeit und Aufmerksamkeit zu betrachten. Heimat wie ein Tourist erleben eben. Denn diese Minuten am Tag machen gerade um diese Jahreszeit so etwas wie täglich eine Stunde Urlaub aus. Hunderte von kleinen Freuden am Wegesrand, man muss sie nur bemerken. So wie gestern. Statt auf direktem Weg heimzufahren habe ich einen Umweg gemacht, vorbei an Feldern und Wiesen voll zartem Grün, übersät mit Schlüsselblumen, Löwenzahn, Veilchen, Buschwindröschen… Auf den Bäumen der Schimmer der weißen und rosa Blüten. Über den Seen hing schon die warme Abendsonne, darauf schaukelnde Boote. Tempo raus, Augen auf. Und alles tief in die Seele aufnehmen. Schließlich ist meine letzte Reise etwas her, gerade sind die freien Tage meines Lebens vollgepackt mit viel Arbeiten zu Hause. Meistens find ich das ja toll, aber so hin und wieder … Da kommt dieses Fernweh auf. Dieses unkalkulierbare Ding, das von fernen Orten träumt, von kulinarischen, exotischen Genüssen, von fremden Menschen, anderen Gewohnheiten. Von Architektur, Pflanzen, Landschaften, Eindrücken, Kultur, Tradition, Musik, … Und dazwischen mischen sich Erinnerungen an die Tage unterwegs. Bilder in meinem Kopf. Hach. Weil ich vermute, dass es noch etwas dauert, bis ich wieder planen kann, baue ich mir meine kleine Auszeit wo immer möglich in den Alltag ein. Ich lebe schließlichlich da, wo andere Urlaub machen. Und laut einem bekannten Politiker ist „Bayern die Vorstufe zum Paradies“ …

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Meine Antwort auf Doreens Frage: Hilfe ich habe Fernsucht! „Was tust du, wenn die Wartezeit bis zur nächsten Reise noch lang ist?“

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7 Kommentare zu “Spruch zum Wochenende: Hundert kleine Freuden”

  1. In der heutigen Zeit muss der Mensch sich mehr Zeit nehmen (neudeutsch: „entschleunigen“) und das Hier und Jetzt bewusster wahrnehmen. Mal auf dem täglichen Wegen nach rechts, links und oben schauen. Gerade das Alltägliche mehr genießen und nicht immer die nächste Superlative suchen.
    Wie viel Schönes es un-/mittelbar vor der Haustür zu finden gibt … gerade wie so schön von Dir beschrieben jetzt im Frühling.
    Und immerhin leben wir dort, wo andere Urlaub machen.

    1. Wichtig ist, das bewusst zu machen, es wahrzunehmen – sonst klappt es weder mit der Entschleunigung noch gibt es einen positiven Effekt. Deshalb hab ich es mir mal wieder bewusst vorgenommen 🙂

  2. Ein sehr schöner Spruch…

    und wie du es beschrieben hast, tue ich es seit ein paar Jahren ganz intensiv.
    Natürlich überkommt auch mich immer mal das Fernweh, aber da ich schon so viel sehen und erleben durfte von der Welt, tut es mir nicht mehr weh, wenn der *Rentnergeldbeutel es nicht mehr her gibt 😉

    Danke für schöne Erinnerungen
    und dir ein zauberhaftes, entschleunigtes Wochenende,

    Uschi

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