Familiengeschichten: Omas Nusszopf


Kürzlich „rügte“ mein Vater, dass ich mich in diesem Jahr an Stollen versuchen wollte, schließlich habe seine Mutter einen vielgerühmten weihnachtlichen Nusszopf gemacht. Das sei ein altes Familienrezept und solle erhalten bleiben. In seinem Heimatdorf würden ihn Bekannte noch heute darauf ansprechen und davon schwärmen. Bekanntlich nehme ich Anregungen gerne an, auf der Suche nach dem Rezept konnten aber weder Tanten noch Onkel helfen. Also frage ich bei meiner Mutter nach – die mir erklärt, dass das weder ein Nusszopf noch Omas noch alte Tradition gewesen sei. Tatsächlich habe sie meiner Großmutter in den 70er Jahren das Stollenrezept einer Flüchtlingsfrau aus der Nachbarschaft weitergegeben, das diese dann mit ihrem eigenen Hefeteig variiert hat, statt in Stollenform einfach als Zopf. Und weil die Variation so gut gelungen war, musste sie sogar mal einen Backkurs für die Frauen aus dem Dorf geben. Hm, werd das dann mal in den nächsten Jahren als Tradition aufgreifen? …

Dann aus aktuellem Anlass eine Erinnerung: ich dürfte so 8 oder 9 Jahre alt gewesen sein, in den Weihnachtsferien durfte ich mit meiner Schwester ein paar Tage zu den Cousinen „in die Ferien“. Und da lief Musik rauf und runter, Best of Udo Jürgens. Danach kannte ich jeden Titel auswendig, wir haben gesungen, getanzt, gelacht.

„… wenn ein Blatt, irgendein Blatt vom Baume fällt, weil der Herbstwind es so bestimmt, wenn das Schicksal uns etwas nimmt, vertraue der Zeit. Denn: Immer, immer wieder geht die Sonne auf und wieder bringt ein Tag für uns ein Licht. Ja, immer, immer wieder geht die Sonne auf,  denn Dunkelheit für immer gibt es nicht, die gibt es nicht, die gibt es nicht. Hör‘ ich ein Lied, Irgendein Lied, das wir gekannt, denk‘ ich noch immer, wie schön es war. Wir waren glücklich, wird mir dann klar denn du warst hier. Und wenn dir irgendein Mensch von mir erzählt, ich hätt‘ vergessen, dann denk‘ daran, ich glaub an Morgen, denn irgendwann stehst du vor mir.
Denn: Immer, immer wieder geht die Sonne auf und wieder bringt ein Tag für uns ein Licht. Ja, immer, immer wieder geht die Sonne auf, denn Dunkelheit für immer gibt es nicht, die gibt es nicht, die gibt es nicht.“

Danke für die Musik, die bleibt

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4 Kommentare zu “Familiengeschichten: Omas Nusszopf”

  1. hahaha … der / das mit dem nusszopf ist der beste:) Väter können aber auch manchmal dinge erzählen .. tztztz :O)

    udo hab ich persönlich gesehen bei einem konzert vor doch einigen jahren , zusammen mit meiner mutter. Mein bester freund marcel sass in der reihe hinter uns und bei jedem überschäumenden applaus schrie er : udo udo udo 🙂 das wie und ganze drumherum war extrem lustig:) Ich hab das nie vergessen …

    meine mutter und der junge marcel sind schon lange gestorben

    1. Meine Mutter grinst seitdem auch ununterbrochen, weil mein Papa die Geschichte immer noch nicht glauben kann 🙂 Ich hatte in diesem Jahr kurz überlegt, ob ich Konzertkarten für Udo kaufen sollte, für die kommenden Monate … Wie das Leben so spielt? Schön sind sie, deine Erinnerungen xxx

  2. Herr Jürgens ist in Gottlieben gestorben, das ist mein Schweizer Lieblingsörtchen, am Seerhein. Dort ist es wunderbar idyllisch und friedvoll, mit schönen Fachwerkhäusern, einem bezaubernden Hotel und einem wie verwunschen wirkenden, burgähnlichen Schloss… Als ich das allererste Mal Gottlieben besuchte, vor etwa eineinhalb Jahren, dachte ich ganz spontan, dass es schön sein müsse, hier zu sterben…

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