Das mit mir und dem öffentlichen Nahverkehr


20140805-092812-34092910.jpgIch fahre gern Auto. Am liebsten würde ich vor allem dann gerne Auto fahren, wenn das aus Gründen nicht möglich ist – wie vergangene Woche, als der kleine Franzose in der Werkstatt war. Nicht deshalb, weil es keine Alternativen gibt. Sondern schlicht, weil der öffentliche Nahverkehr und ich keinen guten Draht zueinander aufbauen. In meiner Schulzeit gab es keine Alternative zum Schulbus. Täglich 45 Minuten einfache Fahrt. Da meine Station die erste auf dem Schulweg war konnte ich mir zumindest einen genehmen Sitzplatz wählen. Später im Studium war ich ebenfalls auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen, oft ohne Sitzplatz. Seitdem ich arbeite bevorzuge ich, vor allem frühmorgens allein mit mir und meiner Musik in der schützenden Umgebung meines Autos zu sein. Ich mag noch nicht reden, mag noch niemanden beachten müssen.
Konkret musste ich letzte Woche meinen Arbeitsweg von München aus koordiniert bekommen. Und war wirklich positiv überrascht, wie gut die Netzabdeckung durch Bus und Bahn ist. Mit den Öffentlichen dauert mein Arbeitswegs mit mindestens 2 x Umsteigen etwas über 90 Minuten, wenn alle Anschlüsse klappen. Zum Glück habe ich Arbeitskolleginnen, die mich mehrmals mitnehmen konnten. Denn durch die Mitfahrgelegenheit spart man doch deutlich Zeit.
Was mir wieder aufgefallen ist: Fahrpläne und vor allem der benötigte Tarif stellen mich als Wenig-Nutzer vor ein Rätsel. ich kann nur mutmaßen, dass ich die richtigen Tickets hatte, denn auf Fragen habe ich von verschiedenen Mitreisenden sehr unterschiedliche Tipps erhalten … Dann war ich mehrfach schneller unterwegs, als laut Fahrplan, weil ich oft sogar mehr als eine Verbindung überspringen konnte? Oder die angegebenen 5 Minuten Fußweg weniger als eine Minute gedauert haben?

Fazit: Es hat alles funktioniert – und ich bin sehr froh, dass ich jetzt wieder Autopendler bin.

Anekdote: Auf der letzten Zugfahrt Richtung Werkstatt saß ich neben einer Familie, Großeltern, Mama und 3 Mädels, die mit reichlich Gepäck unterwegs in die Ferien waren. Sie zeigten beim Schaffner ein Bayernticket für 5 Personen vor – und ein Schuljahreszeugnis. Denn: wer da eine Eins drin stehen hat darf kostenlos die Regionalzüge der Bahn nutzen. Eigentlich galt das nur am ersten Ferientag, aber der Schaffner hat ein Auge zugedrückt.

 

8 Kommentare zu „Das mit mir und dem öffentlichen Nahverkehr“

  1. Du brauchst 90 Minuten für die einfache Strecke? Kannst Du nicht einen Bus bis zur S8 nehmen und dann bis zur Endstation fahren? Das sollte doch schneller gehen.

    Ich benutze lieber die S-Bahn. Heute mal wieder das Auto genommen aber dieser Stau, das Drängeln empfinde ich nicht entspannend.

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    1. S2 oder Bus bis Pasing, dort in die S4 bis Geltendorf, von dort mit dem Regionalzug weiter bis Diessen. Die Einzelstrecken dauern 4 Minuten, 40 Minuten und 25 Minuten. Mit Umstieg und einmal Zug verpasst lag ich bei 90 Minuten. Herrsching wär schneller erreichbar 🙂

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  2. Hallo Doris,
    das ist ja schon eine ordentliche Zeit für den Geschäftsweg und hoffentlich nicht die Regel. Das ist halt der Preis, wenn man gemütlich auf dem Land wohnt. Ich fahre seit längerer Zeit mit der Straßenbahn nach Karlsruhe. Morgens meist ohne Sitzplatz, abends mit. Ich habe festgestellt, dass ich, wenn ich zu Hause ankomme entspannter bin. Bei uns ist das Problem die Rheinbrücke. Einst für 25.000 Fahrzeuge pro Tag gebaut fahren heute täglich ca. 75.000 Fahrzeuge drüber. Ich fahre dann mit der Bahn am Stau vorbei. Und billiger ist es auch. Das normale Jobticket für 4 Zonen (ca. 20 km) kostet 80 € im Monat. Mit diesem darfst Du nur die 4 Zonen auf dem Geschäftsweg fahren. Dann gibt es bei uns auch das Ticket ab 60 (Jahre alt). Das kostet im Monat 39,50 € und man kann das gesamte Netz benutzen.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend.
    Harald

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    1. Auf dem Land zu wohnen und in die Stadt zu pendeln ist für meinen Kopf logischer als das, was ich jetzt mache: also aus der Stadt aufs Land zum Arbeiten fahren. Aber es hat beides seine Vor- und Nachteile, die man für sich persönlich abwägen und dann eine Entscheidung treffen muss. Ich für meinen Teil bin glücklich, dass mein Auto mich wieder fährt und ich nur noch die Hälfte Zeit unterwegs bin 😉 Liebe Grüße an dich und einen schönen Tag wünscht Doris

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  3. „…allein mit mir und meiner Musik in der schützenden Umgebung meines Autos zu sein…“

    Lustig, ich beschreibe das auch immer so 😉

    Freut mich, dass der Franzose wieder fährt. Und hoffentlich lange und gut und sicher ❤

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  4. Ich habe mich in den letzten Jahren mit dem Nahverkehr angefreundet, obwohl ich früher viel lieber mit dem Radl unterwegs gewesen bin. 😉 Was mir an den Öffentlichen so gut gefällt ist, daß man da so herrlich Leute beobachten und Gespräche belauschen kann. 🙂

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