1. Advent


Die letzten 2-3 Wochen merke ich, wie um mich herum die Betriebsamkeit so richtig losgeht: es werden Adventskalender gebastelt, Plätzchen gebacken, Geschenke organisiert, … Wie jedes Jahr stehe ich dem gelassen und ruhig gegenüber. Ich hab’s nicht so mit Vorweihnachtsstress. Wenn mir was vor die Einkaufstasche läuft nehm ich es gerne mit, mir reicht aber, am 24. vormittags loszuziehen und etwas zu besorgen. Und ich komme zum Jahresende auch gern etwas runter, nutze die besinnliche Zeit. Denke nach, zurück und nach vorne. Ja, ich lasse auch das Jahr gedanklich rekapitulieren. In erster Linie, weil es in der gefühlt schnelllebigen Zeit immer wieder Erlebnisse gibt, die so schnell vergessen werden, die keine Chance haben, sich in der Erinnerung zu verhaften. Für meine Adventszeit hab ich mir vorgenommen, mein Jahr ganz bewusst durchzudenken, mich zu erinnern.

Gedanken zum 1. Advent: kürzlich stand ich unter der Dusche. Von einer Sekunde auf die andere wurde aus angenehm warm bitterkalt, wenige Sekunden später war das Wasser schmerzvoll heiß, ich hab mich fast verbrüht. Und einmal mehr musste ich bemerken: nichts ist selbstverständlich. Wir leben inmitten einer Wohlstandsgesellschaft, müssen uns um wenig kümmern, vieles läuft vollautomatisch. Dass warmes Wasser kommt, dass wir eine Heizung aufdrehen können, dass es in Supermärkten Produkte aus aller Welt gibt. Wir nehmen das als gegeben hin, regen uns lediglich auf, wenn es nicht so ist, wie gewohnt. Zum Beispiel, wenn wir fürs Kochen eine Zutat brauchen, die Grade nicht vorrätig ist. Dabei ist nichts selbstverständlich. Es gibt keinen weltweiten Lebensstandard. Es gibt Hunger und Not. Auch schon in der Nachbarschaft. Beobachten, hinschauen, dankbar sein, für das, was man selber hat, und nach eigenen Möglichkeiten helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Das ist mein Adventsgedanke für heute.

Ich wünsche euch allen einen schönen ersten Advent xxx

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8 Kommentare zu „1. Advent“

  1. Ich finde ohnehin, dass man die sogenannte Stille Zeit, in der man innere Einkehr halten und auch zur Ruhe kommen sollte, mittlerweile förmlich „vergewaltigt“ und einen schier unerträglichen Konsum-Hype daraus gemacht hat. Und ich habe in den vielen Jahren in der Gastronomie heraus gefunden, dass zu keiner anderen Zeit im Jahr die Menschen so ungeduldig, unleidlich, unfreundlich, ja, sogar aggressiv sind…
    Und ich stimme dir unumwunden zu – so vieles, was man vor noch gar nicht so langer Zeit als Luxus angesehen hat, ist heutzutage selbstverständlich, wird teilweise von uns gar nicht mehr wahrgenommen…
    Ich habe vor kurzem erst das Buch „Blackout“ von Marc Elsberg gelesen – da wird einem klar und deutlich vor Augen geführt, wie unsere sogenannte zivilisierte Welt aussehen würde, wenn für eine geraume Weile der Strom ausfallen würde – entsetzlich, sage ich dir!
    Hab mit deinen Lieben einen schönen und entspannten 1. Advent! 🙂

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  2. Ich liebe die Adventszeit, weil es für mich wirklich die ruhigste und entspannteste Zeit im Jahr ist. Auch in diesem Jahr habe ich drei Wochen vor Weihnachten frei und kann so ganz ruhig meine Geschenke, Weihnachtsdeko, Weihnachtspost und Gebäck vorbereiten. Ich liebe es, zuhause zu sein und allein zu werkeln. Dazu schöne Musik oder tolle Filme, Kerzen und Tee, Herz, was willst Du mehr?

    Da ich nicht in Supermärkten einkaufe, kann ich das ganze Jahr über nur das einkaufen, was vorrätig ist, zumeist regionale und saisonale Produkte. In diesem Jahr verwerte ich für meine Adventsdekoration auch nur Dinge, die ich im Haus oder Garten vorrätig habe. Auch das ist eine sehr entspannende Sache und macht sehr viel Spaß. Deshalb werde ich es auch künftig so machen.

    Um große, laute, helle, volle Weihnachtsmärkte und das „Weihnachtsshopping“ in vollen Innenstädten mache ich schon seit Jahren einen großen Bogen. Das hat für mich nämlich so gar nichts mit Advent und Weihnachten zu tun. Advent und Weihnachten ist für mich Stille, Vorfreude und liebevolle Gedanken an die Familie. In diesem Sinne: einen schönen ersten Advent und eine fröhliche, aber besinnliche Adventszeit, meine Liebe! ♥

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  3. Ja, das ist wohl wahr, liebe Doris, wir nehmen alles als so selbstverständlich hin. Ich muss zugeben, ich ertappe mich auch immer wieder, dass ich mich ärger, wenn etwas im Supermarkt nicht da ist, was ich gerade jetzt haben will. Dann schimpfe ich auf den Laden. 🙂 Etwas später denke ich dann, dass ich doch etwas verwöhnt bin, so wie wir alle. 😳 Nicht jeder hat es so gut.

    Herzliche Grüße,
    Martina

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    1. Ich finds schon mal wichtig, dass man sich bei den Gedanken ertappt – und nicht einfach alles als gegeben hinnimmt, um trotzdem zu schimpfen. Aber es ist eine gute Zeit, mal wieder dankbar zu sein, für alles, was wir haben. Nicht jeder, auch das sollte man sich bewusst machen. Liebe Grüße & hab einen schönen Advent

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