Unterm Sternenhimmel


Ich stehe in einer Vollsperrung, auf der Autobahn. Vor mir ein großer Unfall, ich war zum Glück etwas langsamer unterwegs heute. Hinter mir stehen unzählige Autos mit ungeduldigen Fahrern, viele LKWs, alle wollen heim, weiter, ankommen, wegkommen. Ich bin froh, hier zu stehen. Und nicht betroffen zu sein. Über uns kreisen Hubschrauber, durch die Rettungsgasse kamen eine Menge Krankenwagen und die Feuerwehr. Aktuell passiert nichts. Es ist ruhig geworden, das macht die stehenden Autofahrer unruhig. „Dauert!“
Und dann schau ich so aufs sanfte Blaulicht neben mir – und entdecke den Mond, quasi direkt daneben. Hat was, ist grotesk, aber das ist schön. Irgendwie beruhigend. Und ich drücke allen, die da vorne sind, betroffen sind, einfach mal die Daumen. Und sage danke an die Rettungskräfte. Dauert noch, aber ist ok.

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4 Kommentare zu „Unterm Sternenhimmel“

  1. Ja, manchmal ist man so ungeduldig und genervt, dass es nicht weitergeht, liebe Doris.Was ja einerseits verständlich ist, weil man nach Hause möchte oder irgendwohin. Doch eigentlich sollte man dankbar dafür sein, dass man dort stehen darf und nicht betroffen ist. Es handelt sich manchmal nur um Sekunden oder Minuten und man hätte selbst Teil des Unfalls sein können.

    Liebe Grüße,
    Martina

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  2. Ich habe bisher einmal den Anruf bekommen „Ich hatte gerade einen schweren Unfall, kannst Du kommen?“ – im Nachhinein war ich froh, dass der Anruf von meinem Mann selber kam, das hab ich in dem Moment aber gar nicht registriert – der Unfallgegner, der den Unfall verschuldet hat, hat überlebt, konnte aber sicher einige Wochen nicht telefonieren.

    Seitdem bete ich bei jedem Unfall, den ich sehe, dass die Person auch noch selber zu Hause anrufen kann 😦

    Danke für die ruhigen Gedanken in solch einer Situation.

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    1. Die Situation war vollkommen surreal: ich war nur knapp 50 Meter hinter dem Unfall, habe das aber erst später verstanden. Und mir etwas gesucht, was mich beruhigt. Hab selbst schon 2x in meinem Leben Anrufe dieser Art bekommen – und fühle deshalb sehr mit den Familien mit. Liebe Grüße von Doris

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