Gschmackerl


Über der Wiesn liegt ein besonderer Duft, am Vorabend war’s diese Mischung aus Bier und
dem ersten heißen Fett. Als Test für die Hendl, Würstl, das erste Schmalzgebäck… Schon am Eröffnungstag kommt der Eigengeruch der vielen Menschen dazu, die Pferde der Brauereigespanne hinterlassen Duftmarken. Die ersten Überreste müssen mit Wasser von den Wegen gespült werden. Obwohl es nach oben hin freier Himmel ist staut sich auf den Wegen der Theresienwiese schon nach wenigen Stunden so der ein oder andere Geruch oder besser: Gestank. Draußen darf geraucht werden, nach so ein paar Bier lechzen die Raucher förmlich danach. In den Zelten riecht es, seitdem drinnen nicht mehr geraucht werden darf, teilweise sehr streng. Die Dunstwolke hatte nicht nur schlechte Seiten, der Smog hat sich angenehm über die körperlichen Ausdünstungen und Ausscheidungen der betrunkenen Massen gelegt. Es wird geschwitzt, es wird getrunken, es wird gegessen, es wird gef…. Ja, so manche Gase möchte Frau nicht riechen müssen, da würde ich sehr viel lieber passiv Rauchen!
Krass ist: das ist aktuell auch weit über die Grenzen der Wiesn hinaus in ganz München zu erschnuppern. Auf den Wegen zu und in U-Bahn, S-Bahn, Tram, Taxiständen. Auf den Straßen rund um die Wiesn (kein Wunder dass viele Anwohner Jahr für Jahr ihre Wohnungen verlassen oder vermieten, um das nicht einatmen zu müssen). Weiter geht’s in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in den Taxen, in After-Wiesn-Lokalen, auf dem Heimweg zu Fuß. Einfach überall.
Zum Glück verflüchtigt sich dieses Gschmackerl nach der Wiesn schnell wieder, puh!

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2 Kommentare zu „Gschmackerl“

  1. Etliche Wiesn-Bedienungen und -Kellner kamen vor ihrem Dienstbeginn regelmäßig zum Zigarettenkaufen zu uns. Und fast alle sehnten sich die Zeiten zurück, da in den Zelten noch geraucht werden durfte, da der Tabakqualm wohl die unangenehmen menschlichen Ausdünstungen wirkungsvoll überlagert hatte… Auch wir im Stand wurden mehrmals täglich ganz ordentlich „eingenebelt“ – entweder von den süß-aromatischen Duftwolken der kleinen Mandelbrennerei schräg gegenüber, oder aber – und das war weniger angenehm – von den Fett- und Knoblauchwolken des benachbarten Fischstandes. 😉

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