Lieber BMW-Fahrer, der gerade in die Münchner Innenstadt fährt:


Der morgendliche Weg in die Arbeit. Kein Zuckerschlecken, vor allem, wenn wir Autofahren. Ich habe also durchaus Verständnis für die ein oder andere Eigenart im Fahrstil jedes einzelnen mich umgebenden Autofahrers.

Ich kann akzeptieren, dass Sie weder einen Rück- noch Seitenspiegel nutzen, dass Sie so vom Verkehr neben und hinter sich nichts ahnen – auch wenn ich es nicht besonders gut finde, dafür bin ich umso aufmerksamer. Ja, ich und die meisten anderen Fahrer nehmen Rücksicht, auch oder vor allem auf Autofahrer wie Sie. Ich kann akzeptieren, dass Sie einen Sicherheitsabstand zum Fahrzeug vor Ihnen halten, auch wenn das an der stehenden Ampel zwei Autolängen sind. Das mag für Sie der angebrachte Abstand sein. Vielleicht ist es tatsächlich sicherer, wenn Sie nicht näher auffahren? Für das vor Ihnen stehende/fahrende Auto? Hm. Was ich gerade noch verstehe, ist, dass Sie mit Ihrem Fahrzeug größerer Bauart auf einer zweispurigen Straße stadteinwärts gut über der Linie zur nächsten Spur fahren, ist halt etwas breiter? Und wahrscheinlich fühlen Sie sich so sicherer, mit viel notwendigem Abstand zur bedrohlichen Bordsteinkante. Gut: neben der Spur des neben Ihnen fahrenden Autos sind geparkte Fahrzeuge. Aber klar, Sie wissen ja auch gar nicht, dass neben Ihnen kein Auto fährt, weil Sie ja nur noch vorne blicken. Alles klar!

Aber: dass Sie im fließenden Verkehr freihändig fahren, um sich mit Blick in den Rückspiegel zu kämmen und mit der anderen Hand noch mal drüberzustreichen? Nein, das akzeptiere ich nicht. Es kann sein, dass, als Sie ihren Führerschein gemacht haben, weniger Verkehr war, dass Sie sich als sicherer Fahrer fühlen, vielleicht fallen Ihnen noch viele andere Begründungen ein? Die akzeptiere ich alle nicht, denn ich muss mit Ihnen auf denselben Straßen unterwegs sein. Und fühle mich nicht sicher, im Gegenteil: ich fühle mich durch Sie massiv gefährdet. Sie haben eben nicht mal wahrgenommen, dass ich da war, neben Ihnen, versucht habe, Sie auf mich aufmerksam zu machen …

Ich wünsche Ihnen gute und sichere Fahrt – und hoffe, dass ich mir Ihr Kennzeichen merke, denn ich werde Ihnen in Zukunft weiträumig ausweichen

6 Kommentare zu „Lieber BMW-Fahrer, der gerade in die Münchner Innenstadt fährt:“

    1. BayerischerMistWagen, hahaha – hab ich lange nicht mehr gehört/gelesen. Ich seh schon: ich muss dich mal auf eine Tour einladen, dann sitzen wir wie die zwei Alten aus der Sesamstraße im Auto und schimpfen und kichern und lästern herrlich ab? 😉

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      1. Hab das ganz bestimmt auch mit den Genen mitbekommen – mein Vater schimpft beim Autofahren wie ein Rohrspatz (nur nicht über sich selber). Ich heute morgen übrigens auch 🙂

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  1. Ich muss ja sagen, ich liebe es im Auto zu sitzen und zu schimpfen. Es macht einfach spass und zum Glück weiss ich, dass ich (noch) keine alte zeternde Schnepfe bin. Aber man darf das den Fahrer dieser Pe**sverlängerungen nie zeigen, dass man sich über sie ärgert, sondern man sollte sie komplett ignorieren. Damit können sie nicht umgehen, sonst hätten sie sich ein anderes Auto gekauft..
    lg Jule

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    1. Da hast du recht, ich kann Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, soll sagen meiner einer, nur so schwer akzeptieren. Ganz ehrlich: er hat nichts mitbekommen, nada, der war vollkommen allein in seiner großen schützenden Karosse – was um ihn rum passiert ist? Er weiß es nicht …

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