Entwicklungschancen


Hatte gestern ein Seminar, wie so oft in Trainings geht es um Status, Stärken, Entwicklungschancen, Analysen, Auswertungen, praktische Übungen, Besinnung und Neuentdeckungen. Etwa zur Halbzeit, also bevor der lange Nachmittag startet und man, respektive ich, mit Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen hat, brachte die Trainerin einen Spruch, der bei mir einen Denkprozess in Gang gesetzt hat: „Jeder Erwachsene sollte diese Eigenschaften (also z.B. Denker oder Fühler) als Entweder-Oder haben. Natürlich kann man sich noch in die eine oder andere Richtung entwickeln, aber es ist nicht wie in der Kindheit, wo alle Optionen offen sind. Die Anlagen sind geprägt. Man muss sich aktiv und bewusst bewegen, um sich zusätzliche Eigenschaften anzueignen. Man sollte nicht vorhandene Eigenschaften dabei immer unter dem Aspekt betrachten, ob es von anderen als Schwäche ausgenutzt werden kann.“

Als Kind entwickelt man sich täglich, ohne Strategie, ohne Stärken-Schwächen, ohne Swot-Analyse, man wird von vielen Faktoren beeinflusst, aber beeinflusst die Entwicklung der wichtigsten menschlichen Grundanlagen wie Persönlichkeit und Charakter nicht nach Karriere- oder Performance-Zielen. Und trotzdem bewegt sich da richtig was. Wenn ich es so reflektiere, dann klappts bei den meisten Kindern ganz ordentlich? Auch unter Anleitung, die Eltern, Kindergarten, Schule, Lehrer, ältere Freunde, Geschwister …. Bei Erwachsenen – na ja. Kommt immer darauf an? Trainer und Coaches sind auch Wegbegleiter, hochbezahlt. Die über einen gewissen Zeitraum begleiten, führen, leiten, zum eigenen Weg verhelfen. Aber bleibt das Erlernte bestehen? Hab bislang selten Führungskräfte erlebt, die sich nach einem Coaching, nach Trainings und Seminaren wirklich langfristig und mit nachvollziehbaren Ergebnissen positiv weiterentwickeln konnten? Bewusstsein geschaffen ja, aber spürbar verbessert?

Ich bin heute zu fertig, hab nicht so die gedankliche Analysestaerke, deshalb vertage ich das Thema einfach, greife es bei passender Gelegenheit wieder auf – und sag für heute: einen schönen Tag euch allen. Und vielleicht hilft es oft am meisten, nicht nur seinen eigenen engsten Kosmos im Auge zu behalten, sondern offen für die Umgebung zu sein. Loslösen vom Kalender und von den Verpflichtungen – und auch mal kurz darüber nachdenken, was wirklich wichtig ist? Kann man ja zumindest nie oft genug klarmachen, dass jeder Tag im Leben genau einmal stattfindet. Heute wird nicht so mein Tag werden, aber ich mach trotzdem das beste draus – oder?

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